Der Beginn der Christenverfolgung Diocletians #2 (300 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 11.11.2022 um 12:55 Uhr (Zitieren)
Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte VIII 1, 7; 2, 4 f.:
Die Verfolgung durch die Tetrarchen begann im Jahre 303 u.Z. Sie ist nur von christlichen Quellen überliefert.
(Eusebius von Caesarea: Kirchengeschichte. Herausgegeben von Heinrich Kraft. München 1967, S. 361-363)
Während Lactanz die Verfolgung auf den intriganten, bösen Galerius zurückführt, deutet Eusebius sie als Strafe Gottes für die Sünden der christlichen Gemeinde ... und erwähnt Galerius nicht einmal. Es folgen dann bei ihm spektakuläre Berichte über Martyrien.
Alexander Demandt gibt in seiner neuen Diokletian-Biographie als Forschungsstand wieder, daß die Zahl der Getöteten dieser Verfolgung im dreistelligen Bereich liege. Und er fügt hinzu: Diokletian habe von ca. zwanzig existierenden Religionen zwei verbieten lassen (die der Manichäer und die der Christen); der christliche Kaiser Theodosius habe dann von ca. zwanzig Religionen alle bis auf zwei verboten: die christliche und die jüdische.
Re: Der Beginn der Christenverfolgung Diocletians #2
Marcella schrieb am 15.11.2022 um 13:02 Uhr (Zitieren)
Hier wurde in aller Entschiedenheit die Machtfrage gestellt, intern und von außen.
Wie mag wohl der Blick Diokletians auf die Christen gewesen sein, dass er zu so einschneidenden Maßnahmen griff? Das Christentum muss er als sehr bedrohlichen Gegner empfunden haben. Konstantin hingegen wusste: Wenn du den Feind nicht vernichten kannst - umarme ihn.
Re: Der Beginn der Christenverfolgung Diocletians #2
Γραικύλος schrieb am 15.11.2022 um 23:18 Uhr (Zitieren)
Diocletian sah wohl in der christlichen Religion (interessanterweise nicht in der jüdischen) eine Gefährdung der Machtgrundlage des römischen Reiches: der Verpflichtung seiner Bürger auf den Dienst am Staat. Da durfte es für ihn keine höhere Instanz (Gott), keine Orientierung an einer Transzendenz (Leben im Jenseits) geben. Deswegen war auch, und zwar nicht erst seit Diocletian, das "Christianus sum" ein hinreichendes Schuldbekenntnis.
Übrigens betont Demandt in seiner Diocletian-Biographie, dieser habe eine Durchsetzung der Opfer-Pflicht "sine sanguine" befohlen. Wo es dennoch zu blutiger Verfolgung kam, sei das nicht in seiner Absicht gewesen. Und (das habe ich schon erwähnt) die Opferzahl habe im dreistelligen Bereich gelegen.