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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Über Rechtsanwälte (412 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.11.2022 um 07:37 Uhr (Zitieren)
Ammianus Marcellinus XXX 4, 2 f.:
[...] Allerdings öffnete er (1) damit räuberischem Unwesen Tür und Tor. Es nahm durch die Schlechtigkeit der Richter und Rechtsanwälte, die gemeinsame Sache machten, von Tag zu Tag zu; denn sie verkauften die Rechtsfälle geringerer Leute an Truppenführer oder an die Mächtigen im Palast und erwarben sich so Schätze oder hervorragende Ämter.

Dieses Gewerbe der Gerichtsredner definiert der große Platon als πολιτικῆς μορίου εἴδωλον, d.h. als Schatten eines Teilchens der Staatskunst, oder als vierten Teil der Schmeichelei (2); Epikur nennt es eine κακοτεχνία und zählt es unter den bösen Künsten auf. Tisias dagegen sagt unter Zustimmung des Leontiners Gorgias (3), die Gerichtsrede sei ein Handwerk der Überredung. [...]

(Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte. Herausgegeben von Wolfgang Seyfarth. 4 Teile, Darmstadt 1970; Teil 4, S. 210-213)

(1) Kaiser Valens (364-378 u.Z.), der sich auf Anraten seiner Berater in seiner Funktion als oberster Richter zurückhielt
(2) Platon, Gorgias 463b
(3) Sophist des 5. Jhdts. v.u.Z.

Rechtsanwälte sind wie Zahnärzte: manchmal nötig, aber gerne hat man nicht mit ihnen zu tun. Das Problem ist anscheinend alt.
 
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