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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Platon als Sklave (409 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 02.11.2022 um 11:32 Uhr (Zitieren)
Diogenes Laertios III 18-20:
[...] Er [sc.Platon] ist dreimal in Sizilien gewesen: das erstemal, um die Insel und ihre Feuerschlünde zu besichtigen, bei welcher Gelegenheit er auch mit dem Tyrannen Dionysios, dem Sohne des Hermokrates, auf dessen dringende Einladung, in Berührung kam. Doch stieß er bei ihm hart an, als er bei einem Gespräch über die Tyrannenherrschaft die Äußerung tat, nicht dem sei der Vorzug zu geben, was ihm bloßen Nutzen bringe, sondern es müsse etwas sein, das sich auch durch seinen inneren Tugendwert vor anderem empfehle.

In zorniger Aufreizung erwiderte jener: „Dein Worte schmecken nach Altersschwäche.“ Darauf Platon: „Und deine nach Tyrannenlaune.“ [„οἱ λόγοι σου,“ φησί, „γεροντιῶσι,“ καὶ ὅς. „σοῦ δέ γε τυραννιῶσιν.“] Darüber entrüstet, war der Tyrann zuerst gesonnen, ihm das Leben zu nehmen; dann aber, durch Dion und Aristomenes milder gestimmt, stand er zwar davon ab, übergab ihn aber dem zufällig gerade angelangten spartanischen Gesandten Pollis, um ihn als Sklaven zu verkaufen.

Der nahm ihn auch mit nach Ägina und verkaufte ihn dort. Da klagte ihn Charmandros, des Charmandrides Sohne, mit dem Antrag auf Todesstrafe an gemäß dem dort bestehenden Gesetz, daß der erste Athener, der die Insel betrete, ungehört des Todes sein sollte. Er selbst aber war er, der dies Gesetz eingebracht hatte, wie Favorin (1) in seinen Vermischten Geschichten berichtet. Doch auf die wenn auch nur scherzhafte Äußerung von irgend jemand hin, der Gelandete sei ja ein Philosoph, ließ man ihn laufen.

Einige wieder erzählen, er sei vor die Volksversammlung geführt worden und habe da, scharf von der Menge beobachtet, kein Wort von sich gegeben, sondern ruhig den Gang der Dinge abgewartet. Sie aber entschieden sich zwar nicht für den Tod, wohl aber für den Verkauf wie bei Kriegsgefangenen. So kaufte ihn denn der zufällig anwesende Annikeris aus Kyrene los für zwanzig Minen, nach anderen für dreißig, und schickte ihn nach Athen zurück zu seinen Freunden.
Diese erstatteten dem Annikeris alsbald das ausgelegte Geld zurück, was er aber abwies mit den Worten, sie seien nicht die einzigen, die würdig wären, sich eines Platon anzunehmen. [...]

(1) Favorin von Arelate (2. Jhdt. u.Z.), Schriftsteller, Redner und Philosoph

 
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