Γραικύλος schrieb am 09.10.2022 um 14:19 Uhr (Zitieren)
Ägyptischer Papyrus (Anfang 2. Jhdt. u.Z.):
(Antiker Alltag. Papyri und Ostraka aus der römischen Kaiserzeit. Hrsg. v. Patrick Reinard. Wiesbaden 2021, S. 84)
Re: Schulden und Hunger
filix schrieb am 09.10.2022 um 20:50 Uhr (Zitieren)
Kann man sagen, dass die erstaunliche Bandbreite der von dir vorgestellten lebensnahen schriftlichen Zeugnisse eine Voraussetzung im bis vor wenigen Jahrzehnten unterschätzten Alphabetisierungsgrad der Bevölkerung der Epoche hatte?
Re: Schulden und Hunger
Γραικύλος schrieb am 10.10.2022 um 14:01 Uhr (Zitieren)
Wenn man bedenkt, daß die Verfasser oft einfache Leute waren, ist das ein Indiz für diese Annahme - es sei denn, sie hätten sich professioneller Schreiber bedient, die Briefe also schreiben lassen.
Re: Schulden und Hunger
filix schrieb am 10.10.2022 um 21:26 Uhr (Zitieren)
An Schreiber dachte ich auch, die arbeiten aber gewöhnlich nicht unentgeltlich, was angesichts der teilweise prekären Verhältnisse Fragen aufwirft, und fürs Diktat gilt epistula non erubescit nicht zwingend, in dem man den Ausdruck der Unmittelbarkeit der bisweilen doch recht intimen und emotionalisierten Nachrichten vielleicht gar nicht mehr findet. Sagt der Band etwas zu dieser Frage?
Re: Schulden und Hunger
Γραικύλος schrieb am 10.10.2022 um 22:07 Uhr (Zitieren)
Nein. Der Band enthält aber eine schöne "Einleitung in 14 Fragen: Papyri, Ostraka und die Papyrologie". Darin wird eine andere Frage beantwortet, die ich mir gestellt habe: An welcher Art von Stellen findet man eigentlich diese Briefe? Wir dürfen da ja nicht an einen Briefkasten oder ein Postamt denken.
1. auf Müllhalden der Antike
2. als recyceltes Material in Form von sog. Mumienkartonnage
Dazu kommen vereinzelt Funde, in denen ein Empfänger an ihn gerichtete Briefe gesammelt hat.
(a.a.O., S. 32 f.)
Re: Schulden und Hunger
Bukolos schrieb am 12.10.2022 um 13:21 Uhr (Zitieren)
Ungewöhnlich (auch mit Blick auf den Inhalt), dass das Schreiben auf (vergleichsweise teurem) Papyrus abgefasst sein soll, wo es sich beim Gros der in Didymoi ergrabenen Inschriftenträger doch um Ostraka wie diese handelt: