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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die zweite Diktatur des Cincinnatus #5 (352 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 16.09.2022 um 12:49 Uhr (Zitieren)
Livius IV 13, 1 - 16, 7:

Die Ereignisse spielten sich im Jahre 439 u.Z. ab, als es zu einem Getreidemangel in Rom gekommen war.
13. Da nahm Sp. Maelius, ein Mann aus dem Ritterstand, der für jene Zeiten ungeheuer reich war, eine an sich nützliche Sache in Angriff, gab aber dabei ein sehr schlechtes Beispiel, und seine Absicht war noch schlechter.

Er kaufte nämlich in Etrurien aus eigenen Mitteln mit Hilfe seiner Gastfreunde und Klienten Getreide auf – gerade dies, glaube ich, hatte eine Senkung des Getreidepreises durch staatliche Maßnahmen verhindert – und begann Getreidespenden auszuteilen. Wo er auch ging, hatte er, Aufsehen erregend und großtuerisch über das Maß eines Privatmannes hinaus, Plebejer um sich, die er durch diese Geschenke geködert hatte und die ihm durch ihre Gunst und ihre Erwartungen ein sicheres Konsulat garantierten.

Da der Mensch nie mit dem zufrieden ist, was das Glück ihm verheißt, begann er selbst nach Höherem und Unerlaubtem zu trachten und, weil er auch das Konsulat den Patriziern gegen deren Willen hätte entreißen müssen, an die Königsherrschaft zu denken [de regno agitare]. Das sei der einzige Lohn, der einen solchen Aufwand an Planungen wert sei und den ungeheuren Kampf, der noch viel Schweiß kosten werde.

Schon standen die Konsulwahlen bevor; das kam ihm ungelegen, weil seine Pläne noch keine feste Form angenommen hatten und noch nicht ausgereift waren. Als Konsul wurde zum sechstenmal T. Quinctius Capitolinus gewählt, ein keineswegs bequemer Mann für einen, der an einen Umsturz dachte; als Kollege wurde ihm Agrippa Menenius beigegeben, der den Beinamen Lanatus hatte. Auch L. Minucius, der Kommissar für die Getreideversorgung, wurde entweder wiedergewählt, oder er war auf unbestimmte Zeit eingesetzt, solange es die Lage erforderte; es steht nämlich nur fest, daß in den Leinenbü-chern [in libros lineos] der Name des Kommissars in beiden Jahren unter den Beamten erscheint.

Dieser Minucius, der im Auftrag des Staates dasselbe Geschäft besorgte, das Maelius auf eigene Faust auf sich genommen hatte, erfuhr von der Sache, da in beiden Häusern dieselbe Art Menschen verkehrte, und machte dem Senat Mitteilung: Es würden Waffen in das Haus des Maelius geschafft, er halte in seinem Haus Versammlungen ab und es sei nicht zu bezweifeln, daß seine Machenschaften auf die Königsherrschaft abzielten. Nur der Zeitpunkt des Planes stehe noch nicht fest, alles übrige sei schon abgesprochen. Auch die Tribunen seien mit Geld gekauft worden, die Freiheit zu verraten, und die Aufgaben seien unter die Führer der Menge verteilt. Fast zu spät für die Sicherheit mache er davon Mitteilung, aber er habe nichts Ungewisses und Unbewiesenes vorbringen wollen.

Auf diese Kunde hin schimpften die angesehensten Patrizier von allen Seiten auf die Konsuln des Vorjahres, weil sie es zugelassen hätten, daß es zu diesen Schenkungen und den Zusammenkünften der Plebs in einem Privathaus kam, aber auch auf die neuen Konsuln, weil sie gewartet hätten, bis der Kommissar für die Getreideversorgung eine so wichtige Sache dem Senat mitteilte, die es verlange, daß ein Konsul sie nicht nur aufdecke, sondern auch ahnde.

 
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