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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die zweite Diktatur des Cincinnatus #4 (364 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 15.09.2022 um 12:26 Uhr (Zitieren)
Dionysios von Halikarnassos, Römische Frühgeschichte XII 12, 1-4:
4. Von den Plebejern aber war der Teil, der sich dem Beschluss, ihre Regierungsform abzuschaffen, nicht angeschlossen hatte, empört und nahm den Vorstoß des Mannes voller Zorn auf, die Teilnehmer an der Verschwörung dagegen legten ihre Furcht ab, taten so, als freuten sie sich, und lobten die Ratsversammlung für ihre Beschlüsse. Einige wenige von ihnen aber, nämlich die größten Schurken, unterstanden sich in den folgenden Tagen, das Märchen in die Welt zu setzen, Maelius sei von den Machthabern beseitigt worden, und versuchten, Unruhe im Volk zu stiften. Diese Männer ließ der Diktator heimlich umbringen, und nachdem er damit den Aufruhr beendet hatte, legte er sein Amt nieder.

Die Autoren, die mir die zuverlässigsten Nachrichten über Maelius‘ Ende zu bieten scheinen, haben dieser Darstellung überliefert. Aber es soll auch die Version, die mir weniger zuverlässig zu sein scheint, zu Worte kommen; sie bieten Cincius und Calpurnius, einheimische Geschichtsschreiber. Diese Autoren behaupten, weder sei Quinctius vom Senat zum Diktator ernannt worden noch Servilius von Quinctius zum Kavalleriekommandanten.

Vielmehr hätten, als durch Minucius die Anzeige erfolgt sei, die im Senatsgebäude anwesenden Männer darauf vertraut, die Angaben seien wahr, und als dann eines von den älteren Mitgliedern den Antrag stellte, man solle den Mann doch einfach ohne Schuldspruch umbringen, hätten sie sich sofort davon überzeugen lassen und dementsprechend Servilius zu dieser Tat eingeteilt, da er noch jung und ein Draufgänger war.

Der sei, erzählen sie, mit dem Kurzschwert unter der Achsel zu Maelius gegangen, als dieser das Forum verließ, sei an ihn herangetreten und habe gesagt, er wolle über eine geheime, wichtige Angelegenheit mit ihm sprechen. Maelius habe den Leuten in seiner Umgebung befohlen, sich ein kleines Stück zu entfernen, und als ihn Servilius von seiner Wachmannschaft getrennt und damit in der Hand hatte, habe er sein Schwert entblößt und es ihm in die Kehle gestoßen. Nach dieser Tat sei er ins Senatsgebäude gelaufen, wo die Ratsmitglieder noch tagten, und habe mit dem bluttriefenden Schwert in er Hand seinen Verfolgern zugerufen, er habe auf Weisung des Senats den Tyrannen umgebracht.

Als die Männer, die schon dabei waren, auf ihn einzuschlagen und (mit Steinen) zu werfen, den Begriff „Senat“ hörten, hätten sie davon abgelassen und ihn nicht entgegen den Gesetzen behandelt. Daher habe man ihm, behaupten sie, den Beinamen „A(ha)la [τὸν Ἄλαν]“ gegeben, weil er mit dem Schwert unter der Achsel zu dem Mann gegangen sei; alae heißen bei den Römern nämlich die Achseln.

Nachdem der Mann auf eine von beiden Art und Weisen beseitigt worden war, trat der Senat wieder zusammen und beschloss, sein Vermögen zu konfiszieren und sein Haus dem Erdboden gleichzumachen. Allein dieser Platz war noch bis in meine Tage zwischen vielen Häusern ringsum freigelassen; er heißt bei den Römern Aequimelium – wir würden dazu wohl „Melische Ebene“ sagen. Als aequum wird nämlich von den Römern etwas bezeichnet, was keine Erhöhung aufweist. Einen Platz, der ursprünglich Aequum Melium hieß, nannten sie also später, nachdem die Ausdrücke miteinander verschmolzen waren und als ein Wort ausgesprochen wurden, Aequimelium. Für Minucius aber, der die Anzeige gegen Maelius erstattet hatte, beschloss der Senat die Errichtung einer Statue.

(Dionysius von Halikarnass: Römische Frühgeschichte. 4 Bde. Hrsg. v. Alfons Städele. Darmstadt 2020; Bd. 4, S. 226 f; 230-237)
 
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