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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die zweite Diktatur des Cincinnatus #3 (405 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 14.09.2022 um 11:38 Uhr (Zitieren)
Dionysios von Halikarnassos, Römische Frühgeschichte XII 12, 1-4:
Nachdem sich der Senat dafür entschieden hatte, dieser Anzeige nachzugehen, erklärte er, die Angelegenheit brauche einen Diktator, da sie in höchster Gefahr schwebten, und betraute mit dieser Machtposition Lucius Quinctius Cincinnatus, von dem natürlich auch du weißt, dass er der einflussreichste Patrizier ist und schon zweimal dieses Amt tadellos ausgeübt hat.

Weil dieser Mann dich vor Gericht stellen und dir Gelegenheit zur Äußerung geben will, hat er uns losgeschickt, mich, den Kavalleriekommandanten, zusammen mit diesen Männern, damit wir dich sicher dorthin bringen, wo du dich verteidigen kannst. Falls du davon überzeugt bist, nichts Unrechtes getan zu haben, dann gehe mit und rechtfertige dich vor einem Mann, der seine Stadt liebt und nicht beabsichti-gen wird, dich wegen der allgemeinen Missgunst oder wegen eines anderen unberechtigten Grunds aus dem Weg zu räumen!“

Als Maelius das hörte, sprang er auf und schrie laut: „Plebejer, helft mir, nachdem ich wegen meiner Sympathie für euch von den Machthabern fortgeschleppt werde! Denn ich werde nicht zu einem Prozess zu ihnen gerufen, sondern in meinen Tod.“ Als es daraufhin zu lautem Geschrei und Lärm rund um die Tribüne kam, merkte er, dass die Leute, die ihn festnehmen sollten, zahlenmäßig seinen Unterstützern überlegen waren und andere Männer nicht weit entfernt in Waffen lauerten. Da sprang er schnell von er Tribüne herab und rannte über das Forum, um sich eiligst in sein Haus zu flüchten.

Als er aber von den Reitern eingeholt wurde, lief er in eine Imbissbude, packte ein Schlachterbeil und schlug damit den ersten Angreifer nieder. Dann fielen viele Verfolger geschlossen über ihn her; er wehrte sich, konnte aber nur kurze Zeit standhalten. Dann wurde ihm von einem Gegner ein Arm abgeschlagen, er stürzte zu Boden und starb, abgeschlachtet wie ein wildes Tier.

Maelius, der doch Großes im Sinn hatte und um ein Haar bei den Römern an die Macht gekommen wäre, fand also ein derart unwürdiges und bitteres Ende. Als sein Leichnam auf das Forum getragen wurde und von allen Leuten zu sehen war, kam es zu einem Laufen, Schreien und Lärmen aller auf dem Forum anwesenden Personen, wobei die einen jammerten, die anderen empört waren, wieder andere auf die Täter losgehen wollten.

An der starken Unruhe merkte der Diktator, dass die Reiter ihren Auftrag ausgeführt hatten. Er zog, in Begleitung sämtlicher Senatoren und von den Reitern umgeben, die ihre blanken Schwerter sehen ließen, von der Burg zum Forum hinab, hielt eine Rede an das versammelte Volk und schickte dann die Menschenmassen weg.
[...]

Hiernach müßte es sich sogar um die dritte Diktatur handeln, doch dazu habe ich keine näheren Angaben gefunden.
 
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