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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die erste Diktatur des Cincinnatus #5 (548 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.09.2022 um 15:08 Uhr (Zitieren)
Dionysios von Halikarnassos, Römische Frühgeschichte X 24, 1 – 25, 3:
Daher sahen sich die Äquer gezwungen, weil ihnen der Proviant ausgegangen war, sie die Hoffnung auf Hilfe von Verbündeten aufgegeben hatten und von vielen Seiten belagert wurden, wegen Freundschaftsverhandlungen eine Gesandtschaft mit den Abzeichen schutzsuchender Menschen zu Quinctius zu schicken. Er sagte, mit den anderen Äquern werde er Frieden schließen und ihnen für ihre Personen Sicherheit garantieren, falls sie die Waffen niederlegten und Mann für Mann unter dem Joch durchzögen, Gracchus, den Kommandeur der Feinde, aber und seine Komplizen, die zusammen mit ihm die Revolte beschlossen hätten, werde er als Feinde behandeln, und befahl ihnen, die Männer in Fesseln vorzuführen.

Da sich die Äquer diesen Bedingungen fügten, trug er ihnen zuletzt auf: Nachdem sie Tusculum, eine mit den Römern verbündete Stadt, versklavt und geplündert hätten, obwohl ihnen von den Tuskulanern nichts Schlimmes angetan worden sei, sollten sie ihm im Gegenzug eine ihrer eigenen Städte, Corbio, überlassen, damit er sie genauso behandeln könne.

Mit diesen Antworten zogen die Gesandten der Äquer ab, kamen nach nicht langer Zeit zurück und brachten Gracchus und seine Komplizen in Fesseln mit. Sie selbst legten die Waffen nieder, räumten ihr Lager und zogen dann, wie es der Heerführer befohlen hatte, durch das römische Lager Mann für Mann unter dem Joch durch. Zudem übergaben sie gemäß der Vereinbarung Corbio, wobei sie nur darum baten, dass die freien Personen herauskommen dürften, gegen die sie die gefangenen Tuskulaner austauschten.

Nach der Übernahme der Stadt gab Quinctius Befehl, die prächtigsten Beutestücke nach Rom zu bringen. Alles Übrige überließ er zur Verteilung nach Zenturien den mit ihm gekommenen und den mit dem Quästor Quinctius vorausgeschickten Soldaten. Den mit dem Konsul Minucius im Lager eingeschlossenen Leuten hatte er seinen Worten nach schon damit ein großes Geschenk gemacht, dass er sie vor dem Tod bewahrt habe.

Nachdem er dies getan und Minucius gezwungen hatte, sein Amt niederzulegen, kehrte er nach Rom zurück und feierte den prächtigsten Triumphzug von allen Kommandeuren, weil er in insgesamt 16 Tagen nach seiner Amtsübernahme ein befreundetes Heer gerettet, schlagkräftige feindliche Streitkräfte vernichtet, ihre Stadt verwüstet, eine Besatzung in ihr zurückgelassen und ihren Oberkommandierenden und die anderen angesehenen Männer, in Ketten gelegt, mitgebracht hatte.

Was ihm aber die allergrößte Bewunderung verdient: Obwohl er das mit einer derartigen Machtfülle verbundene Amt für sechs Monate erhalten hatte, nahm er es nicht die gesamte gesetzlich vorgesehene Frist wahr, sondern berief eine Volksversammlung ein, erstattete über seine Maßnahmen Rechenschaft und legte sein Amt nieder. Trotz der Bitten des Senats, von dem im Krieg gewonnenen Land zu nehmen, soviel er wollte, dazu Sklaven und Geld aus der Beute und seine Armut mit rechtmäßigem Reichtum zu beheben, den er auf die ehrenvollste Weise seinen Feinden mit seinen persönlichen Anstrengungen abgenommen hatte, wollte er das nicht, und als Freunde und Verwandte reiche Geschenke brachten und höchsten Wert darauf legten, diesem Mann unter die Arme zu greifen, lobte er sie für ihren guten Willen und nahm dennoch kein Geschenk an, sondern kehrte wieder auf sein vertrautes Stückchen Land zurück, führte dort das Leben von eigener Hände Arbeit anstelle des königlichen und war dabei stolzer auf seine Armut als andere auf ihren Reichtum.

(Dionysius von Halikarnass: Römische Frühgeschichte. 4 Bde. Hrsg. v. Alfons Städele. Darmstadt 2020; Bd. 4, S. 50-55)
 
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