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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die erste Diktatur des Cincinnatus #3 (391 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 07.09.2022 um 23:08 Uhr (Zitieren)
T. Livius III 25, 6 - 29, 7:
Als der Morgen graute, waren sie von dem Diktator schon mit einem Wall eingeschlossen und konnten sich kaum gegenüber dem einen Heer behaupten. Da ging das Heer des Quinctius, das sogleich nach Fertigstellung der Anlagen wieder zu den Waffen griff, gegen den Wall vor. Hier drohte eine neue Schlacht; dabei hatte jene erste an Heftigkeit noch nichts verloren.

Da das Übel sie jetzt von zwei Seiten bedrohte, verlegten sie sich vom Kämpfen aufs Bitten und baten auf er einen Seite den Diktator, auf er anderen den Konsul, den Sieg nicht im Niedermetzeln zu suchen [ne in occidione victoriam ponerent] und sie ohne Waffen von hier abziehen zu lassen. Der Konsul forderte sie auf, zum Diktator zu gehen. Der fügte aufgebracht noch eine Schmach hinzu: Sie sollten ihren Anführer Gracchus Cloelius und die anderen einflußreichen Männer in Fesseln vor ihn führen und die Stadt Corbio räumen. Das Blut der Aequer habe er nicht nötig; sie dürften abziehen.

Aber damit ihnen endlich das Eingeständnis abgenötigt werde, daß ihr Volk unterworfen und bezwungen sei, würden sie unter dem Joch abziehen. Das Joch wird aus drei Lanzen gebildet; von denen werden zwei in den Boden gesteckt, und die dritte wird quer darüber festgebunden. Unter dieses Joch schickte der Diktator die Aequer.

Nachdem er das Lager der Feinde in Besitz genommen hatte, das voll war von allen Dingen – denn er hatte sie bloß in er Tunica abziehen lassen -, überließ er die ganze Beute nur seinen Soldaten. Das Heer des Konsuls und den Konsul selbst fuhr er an: „Ihr werdet kein Stück von der Beute erhalten, Leute, von einem Feind, dem ihr beinahe zur Beute gefallen wäret. Und du, L. Minucius, bis du anfängst, die Haltung eines Konsuls zu haben, wirst du als Legat an der Spitze dieser Legionen stehen.“

So legte Minucius das Konsulat nieder und blieb, wie es ihm befohlen worden war, beim Heer. Aber so gelassen gehorchte man damals dem Kommando eines Besseren, daß dieses Heer mehr an die Wohltat als an die Schande dachte und dem Diktator einen goldenen Kranz von einem Pfund Gewicht zu stiften beschloß und ihn beim Aufbruch als Schutzherrn begrüßte.

In Rom berief der Stadtpräfekt Q. Fabius den Senat ein, und der ordnete an, Quinctius solle mit seinem Heer, wie er konnte, im Triumph in die Stadt einziehen. Vor dem Triumphwagen schritten die Anführer der Feinde, die Feldzeichen wurden vorausgetragen, es folgte das Heer, mit Beute beladen. Es wird überliefert, vor jedem Haus sei ein Mahl angerichtet gewesen und vom Mahl weg seien die Leute mit einem Triumphlied und den üblichen Scherzen nach Art von ausgelassenen Zechern dem Triumphwagen gefolgt.

An diesem Tag wurde L. Mamilius aus Tusculum mit Zustimmung aller das Bürgerrecht verliehen. Der Diktator hätte sein Amt unverzüglich niedergelegt, wenn ihn nicht die Abstimmung über M. Volscius, den falschen Zeugen, gehalten hätte. Die Furcht des Diktators, die Tribunen würden die Abstimmung verhindern, stand dem entgegen. Volscius wurde verurteilt und ging nach Lanuvium in die Verbannung. Quinctius legte am 16. Tag die Diktatur nieder, die er für sechs Monate erhalten hatte.

(Titus Livius: Römische Geschichte. 11 Bde. Bd. 1, hrsg. v. Hans Jürgen Hillen. Darmstadt 1987, S. 376-383)
 
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