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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Das ganze Menschenleben ist Strafe und Plage. Ist es das? (500 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 30.08.2022 um 00:01 Uhr (Zitieren)
Augustinus, De civitate Dei XXXI 14:
Rarissimi sunt autem qui nullas in hac vita, sed tantum post eam poenas luunt. Fuisse tamen aliquos, qui usque ad decrepitam senectutem ne levissimam quidem febriculam senserint quietamque duxerint vitam, et ipsi novimus et audivimus; quamquam vita ipsa mortalium tota poena sit, quia tota temptatio est, sicut sacrae litterae personant, ubi scriptum est: Numquid non temptatio est vita humana super terram? Non enim parva poena est ipsa insipientia vel inperitia, quae usque adeo fugienda merito iudicatur, ut per poenas doloribus plenas pueri cogantur quaeque artificia vel litteras discere; ipsumque discere, ad quod poenis adiguntur, tam poenale est eis, ut nonnumquam ipsas poenas, per quas compelluntur discere, malint ferre quam discere.

Quis autem non exhorreat et mori eligat, si ei proponatur aut mors perpetienda aut rursus infantia? Quae quidem quod non a risu, sed a fletu orditur hanc lucem, quid malorum ingressa sit nesciens prophetat quodam modo. Solum, quando natus est, ferunt risisse Zoroastrem, nec ei boni aliquid monstrosus risus ille portendit. Nam magicarum artium fuisse perhibetur inventor; quae quidem illi nec ad praesentis vitae vanam felicitatem contra suos inimicos prodesse potuerunt; a Nino quippe rege Assyriorum, cum esset ipse Bactrianorum, bello superatus est.

Prorsus quod scriptum est: Grave iugum super filios Adam a die exitus de ventre matris eorum usque in diem sepulturae in matrem omnium, usque adeo impleri necesse est, ut ipsi parvuli per lavacrum regenerationis ab originalis peccati, quo solo tenebantur, vinculo iam soluti mala multa patientes nonnulli et incursus spirituum malignorum aliquando pati-antur. Quae quidem passio absit ut eis obsit, si hanc vitam in illa aetate etiam ipsa passione ingravescente et animam de corpore excludente finierint.

Doch kommt es nur selten vor, daß Leute noch nicht in diesem Leben, sondern erst nach ihm Strafen zu erdulden haben. Immerhin hat es, wie ich selbst weiß und von anderen vernahm, einige gegeben, die bis ins höchste Greisenalter auch nicht das leichteste Fieber verspürt und ein ganz ruhiges Leben geführt haben. Im allgemeinen aber ist das Leben der Sterblichen lauter Strafe, weil es lauter Versuchung ist, wie es uns aus der Heiligen Schrift entgegentönt: „Ist nicht lauter Versuchung das menschliche Leben auf Erden?“ Ist doch schon Unverstand und Unwissenheit keine geringe Strafe, und weil man mit Recht urteilt, daß sie zu fliehen sind, zwingt man die Knaben durch schmerzhafte Strafen, allerlei Künste und Wissenschaften zu lernen; ja das Lernen selbst, zu dem sie mit Strafen angehalten werden, erscheint ihnen so sehr als Strafe, daß sie bisweilen die Strafen, durch die man sie zum Lernen treibt, lieber auf sich nehmen als lernen.

Wer aber würde nicht zurückschrecken und, vor die Wahl gestellt, entweder zu sterben oder noch einmal Kind zu werden, nicht lieber den Tod erwählen? Begrüßt doch das Kind nicht lachend, sondern weinend dies Tageslicht und weissagt damit unbewußt, welchen Übeln es entgegengeht. Nur Zoroaster soll bei seiner Geburt gelacht haben, aber dies unheimliche Lachen kündigte ihm nicht Gutes an. Man sagt nämlich von ihm, er habe die Zauberkünste erfunden, die ihm aber nicht einmal das eitele Glück des gegenwärtigen Lebens gegen seine Feinde zu sichern vermochten. Denn als König der Baktrier ward er von Ninus, dem Assyrerkönig, im Kriege besiegt.

Wahrlich, das Schriftwort: „Ein schweres Joch liegt auf den Adamskindern vom Tage an, da sie hervorgehen aus dem Mutterleibe, bis zu dem Tage, da man sie begräbt in der Mutter aller“ muß so restlos in Erfüllung gehen, daß selbst kleine Kinder, die durch das Bad er Wiedergeburt von Erbsünde, der einzigen Fessel, die sie derzeit band, befreit wurden, viele Übel erdulden müssen, ja bisweilen den Anfällen böser Geister ausgesetzt sind. Doch das schadet ihnen nichts, selbst dann nicht, wenn sie bei zunehmendem und tödlich verlaufendem Leiden in diesem Alter aus dem Leben scheiden.

 
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