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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Magen als Muse (443 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 26.08.2022 um 08:16 Uhr (Zitieren)
Aules Persius Flaccus, Satiren, Prooemium:
nec fonte labra prolui caballino
nec in bicipiti somniasse parnaso
memini ut repente sic poeta prodirem
heliconidasque pallidamque pirenen
illis remitto quorum imagines lambunt
hederae sequaces ipse semipaganus
ad sacra vatum carmen adfero nostrum

quis expedivit psittaco suum chaere
picasque docuit verba nostra conari
magister artis ingenique largitor
venter negatas artifex sequi voces
quod si dolosi spes refulserit nummi
corvos poetas et poetridas picas
cantare credas pegaseium nectar.

Am Gaulsquell durft’ ich niemals mir den Mund schwenken,
Noch eines Traumbilds an Parnassens Zwiegipfel
Gedenk ich, daß ich als Poet dürft‘ auftreten!
Musen des Helikon, Peirenens Born bleichend,
Gönn willig solchen ich, um deren Bildnisse
Fügsamer Efeu leckt. Ich selbst, ein Halbbauer,
Bring nur ein Lied zum Sängerhain, das ganz mein ist.

Wer löst des Sittichs Zunge zum Grüß-Gott-Sagen?
Wer lehrt die Worte radebrechen Spechtschnäbel?
Der Meister allen Könnens, des Talents Spender,
Der Magen ist’s: verwehrter Laute Quacksalber.
Drum wenn der list’gen Münze Hoffnungsstrahl glitzert,
Dächt‘ man, daß Dichter-Rab und Dichterin-Elster
Den Honigseim des Pegasus im Lied gäben.

(Persius: Satiren. Hrsg. v. Otto Seel. München 1950, S. 6 f.)
 
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