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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Eine Frau im Krieg #2 (426 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 09.08.2022 um 22:07 Uhr (Zitieren)
Plutarch, Über den Mut von Frauen (Moralia 259D-260D) (= Aristobulos von Kassandreia F2b):
Als der Makedone das gehört hatte, wartete er den Tag nicht ab, sondern ging sogleich in Begleitung von Timokleia zu eben diesem Ort und befahl, den Garten abzuschließen, damit niemand etwas davon merke, und kletterte nur mit seinem Chiton bekleidet hinunter.

Aber Klothos Rache brachte schaurige Dinge über ihn aus Timokleias Händen, die über ihm am Rand des Brunnens stand. Als sie nämlich an seiner Stimme merkte, dass er unten war, warf sie selbst eine große Menge Steine auf ihn herab, während ihre Dienerinnen viele große Felsbrocken hineinrollten, bis sie ihn getötet und unter der Last begraben hatten.

Als die Makedonen davon erfahren und den Leichnam geborgen hatten, nahmen sie die Frau in Gewahrsam; da inzwischen schon der Befehl ergangen war, keinen Thebaner mehr zu töten, brachten sie sie zum König und berichteten ihm von ihrer verwegenen Tat. Aber er erkannte in ihren würdevollen Gesichtszügen und ihrem gelassenen Auftreten ein Zeichen von Adel und vornehmer Herkunft und fragte sie zuerst, was für eine Frau sie sei.

Völlig unerschrocken und tapfer antwortete sie: „Mein Bruder war Theagenes, der als Befehlshaber bei Chaironeia und im Kampf gegen euch für die Freiheit der Griechen den Tod fand, damit wir nicht solches Leid ertragen müssen. Aber da wir Dinge, die unserer Herkunft unwürdig sind, erleiden mussten, wollen wir uns nicht vor dem Tod fürchten. Es ist ja vielleicht besser, so zu handeln, als eine weitere derartige Nacht zu erleben, wenn du dem nicht ein Ende setzt.“

Die Anständigsten unter den Anwesenden brachen daraufhin in Tränen aus, Alexander aber wollte die Frau nicht bemitleiden, weil er merkte, dass sie zu erhaben dafür war. Er bewunderte vielmehr ihren Mut und ihre kraftvolle Rede, die ihn sehr bewegt hatte, und befahl seinen Offizieren, sich dieser Sache anzunehmen und darauf zu achten, dass es nicht wieder zu solch einem Übergriff gegen ein angesehenes Haus komme. Dann ließ er Timokleia und alle gehen, die als Angehörige ihrer Familie betrachtet wurden.

(Fragmente der Historiker: Die Alexanderhistoriker. Hrsg. v. Lennart Gilhaus. Stuttgart 2017, S. 264-266)

Der Bezug zu Aristobulos entsteht durch Plutarch, Moralia 1093C:
Wer würde sich wohl lieber daran erfreuen, mit der schönsten Frau zu schlafen, als sich die ganze Nacht mit der Lektüre der Schriften zu beschäftigen, die Xenophon über Pantheia, Aristobulos über Timokleia oder Theopompos über Thebe verfasst haben?

(das., S. 264)
 
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