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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Eine Frau im Krieg #1 (353 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 09.08.2022 um 14:14 Uhr (Zitieren)
Plutarch, Über den Mut von Frauen (Moralia 259D-260D):
Timokleia. Theagenes von Theben, der sich wie Epameinondas, Pelopidas und die anderen äußerst tapferen Männer um das Wohlergehen seiner Stadt sorgte, fand in der allgemeinen Katastrophe von Hellas bei Chaironeia (1) den Tod[,] und dies geschah gerade in dem Augenblick, als er seine Feinde schon besiegt hatte und sie verfolgte. Jener war es nämlich, der einem Mann, dem ihm zurief: „Wie weit willst du mich noch verfolgen?“, zur Antwort gab: „Bis nach Makedonien!“ [ἐκεῖνος γὰρ ἦν ὁ πρὸς τὸν ἐμβοήσαντα, „μέχρι ποῦ διώκεις;“ ἀποκρινάμενος, „μέχρι Μακεδονίας.“]

Seine Schwester überlebte seinen Tod, die auch bezeugte, dass er dank edler Abkunft und natürlicher Veranlagung ein großer und ausgezeichneter Mann war. Außerdem war es ihr vergönnt, großen Gewinn aus ihrer Tugendhaftigkeit zu ziehen, sodass sie, je mehr allgemeine Unglücksfälle über sie hereinbrachen, diese umso leichter ertrug.

Als nämlich Alexander die Thebaner besiegt hatte (2) und die Feinde, die einen hier, die anderen dort, plündernd in die Stadt einfielen, da geschah es, dass ein Mann Timokleias Haus in Besitz nahm, der nicht vernünftig dachte und sich nicht zivilisiert, sondern brutal und dumm verhielt. Er befehligte eine thrakische Einheit und trug den gleichen Namen wie der König, ohne ihm wesensgleich zu sein. Er achtete nämlich weder auf die Herkunft noch auf die Lebensführung der Frau, vielmehr befahl er ihr, nach dem Essen, als er sich mit Wein betrunken hatte, mit ihm zu schlafen.

Damit nicht genug: Er suchte auch nach Gold und Silber und fragte, ob sie nicht etwas versteckt halte, wobei er ihr einmal mit dem Tod drohte, ein andermal ihr schmeichelte, als wolle er sie stets wie seine Ehefrau behandeln.

Sie nutzte aber die sich bietende Gelegenheit und erklärte: „Wäre ich doch lieber vor dieser Nacht gestorben, als sie erleben zu müssen! Meinen Körper hätte ich bis dahin wenigstens, wenn schon alles verloren ist, vor Schändung bewahrt. Nun aber ist es so gekommen. Wenn die göttliche Vorsehung es so will [τοῦ δαίμονος διδόντος], dass ich dich als meinen Vormund, Herrn und Ehemann betrachten muss, so will ich dir nicht vorenthalten, was doch dein Eigentum ist. Was nämlich mich betrifft, so sehe ich mich ganz deinem Willen unterworfen.

Ich besaß persönlichen Schmuck, dazu Silberbecher und etwas Gold und Geld. Als jedoch die Stadt erobert wurde, befahl ich meinen Dienerinnen, alles zusammenzupacken[,] und warf es dann weg, ja ich versteckte es in einem Brunnen, in dem kein Wasser war. Darüber wissen nicht viele Bescheid. Der Brunnen hat nämlich einen Deckel[,] und um ihn herum ist ein schattiges Wäldchen gewachsen. Also nimm die diese Wertsachen und sei glücklich damit! Für mich werden sie aber gegenüber dir als Beweise und Kennzeichen des Glücks und des Glanzes in diesem Haus dienen.“

Re: Eine Frau im Krieg #1
Γραικύλος schrieb am 09.08.2022 um 17:08 Uhr (Zitieren)
(1) 338 v.u.Z. besiegte hier Philipp II. von Makedonien eine Allianz griechischer Staaten.
(2) Philipps Sohn Alexander der Große, 335 v.u.Z.
 
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