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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der König, die Götter und die Verehrung #1 (438 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 28.07.2022 um 00:01 Uhr (Zitieren)
Arrian, Anabasis IV 10-14:
10. Kallisthenes aus Olynth aber, Schüler des Aristoteles, und in seiner Art etwas schroff, habe eine solche Entwicklung (1) keineswegs gutgeheißen. Insofern habe ich gegen seine Haltung nichts einzuwenden. Keineswegs zuzustimmen jedoch vermag ich seiner meines Erachtens völlig ungerechtfertigten Bemerkung, wenn er – falls das Überlieferte stimmt – meinte, es liege nur an ihm und seiner Darstellung (2), was aus Alexander und seinen Taten werde, und es sei nicht er, der gekommen sei, um durch Alexander berühmt zu werden: Er selbst sei es vielmehr, der Alexanders Ruhm unter der Menschheit begründe [ἀλλὰ ἐκεῖνον εὐκλεᾶ ἐς ἀνθρώπους ποιήσων]. So hänge auch das Göttliche in Alexander nicht etwa davon ab, was Olympias über dessen Zeugung zurechtfabele, sondern davon, was seine Schriften hierüber in der Öffentlichkeit verbreiteten.

Wie einige berichten, fragte ihn einmal Philotas, wer seiner Ansicht nach in Athen die meiste Verehrung genieße. Er habe geantwortet, Harmodios und Aristogeiton, weil sie von zwei Tyrannen einen getötet und die Tyrannis damit beseitigt hätten. Darauf habe Philotas weiter gefragt, ob ein Tyrannenmörder, wo dieser wolle, bei den Griechen ein Zuflucht finden könne, und Kallisthenes habe wieder geantwortet, wenn sonst nirgends, bei den Athenern finde er eine solche gewiß, wenn er fliehen müsse: Diese hätten ja auch für die Söhne des Herakles gegen Eurystheus Krieg geführt, der damals über Hellas herrschte.

Über seinen Widerstand gegen Alexander wegen der Proskynese aber wird folgendes berichtet: Alexander, Sophisten sowie die vornehmsten Meder und Perser seiner Umgebung hätten sich verabredet, beim Gelage diese Frage anzuschneiden. So begann denn Anaxarchos (3) damit, Alexander müsse mit viel mehr Recht Gott genannt werden als Dionysos und Herakles, und zwar weniger wegen Zahl und Größe seiner Taten als deshalb, weil Dionysos ein Thebaner sei, der mit den Makedonen an sich nichts zu tun habe, Herakles hingegen ein Argiver, der nur durch familiäre Bande mit Alexander zusammenhänge, denn Alexander sei bekanntlich Heraklide. Und so sei es eigentlich billiger, wenn die Makedonen ihren eigenen König als Gott ehrten. Denn es gebe schon daran keinen Zweifel, daß man ihn nach seinem Tod als Gott verehren werde, wieviel richtiger sei es dann, ihn schon im Leben als Gott zu verehren: Sei er erst einmal tot, habe er nichts mehr davon [τελευτήσαντα ἐς οὐδὲ ὄφελος τῷ τιμωμένῳ].

(1) Einführung des persischen Hofzeremoniells inkl. Proskynese
(2) als Hofhistoriker
(3) Philosoph, der Alexanders Zug begleitete
 
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