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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Antiker Aberglaube über Frauen #1 (364 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 26.07.2022 um 16:45 Uhr (Zitieren)
Plinius d.Ä., Nat. hist. VII 63-65:
1. C. Plinius Secundus der Ältere: Naturgeschichte

Solum autem animal menstruale mulier est; inde unius utero quas appellaverunt molas. ea est caro informis, inanima, ferri ictum et aciem respuens; movetur sistitque menses, ut et partus, alias letalis alias unas senescens aliquando alvo citatiore excidens. simile quiddam et viris in ventre gignitur, quod vocant scirron, sicut Oppio Capitoni praetorio viro. sed nihil facile reperiatur mulierum profluvio magis monstrificum. acescunt superventu musta, sterilescunt contactae fruges, moriuntur insita, exuruntur hortorum germina, fructus arborum quibus insidere decidunt, speculorum fulgor adspectu ipso hebebatur, acies ferri praestringitur, eboris nitor, alvi apium moriuntur, aes etiam ac ferrum robigo protinus corripit odorque dirus aera, in rabiem aguntur gustato eo canes atque insanabili veneno morsus inficitur. [...] etiam formicis, animali minimo, inesse sensum eius ferunt, abicique gustatas fruges nec postea repeti.

Unter allen Geschöpfen hat allein das Weib den Monatsfluß; daher entstehen auch nur in seiner Gebärmutter sogenannte Molen (Afterfrüchte). Diese sind ungestalte, unbelebte Fleischmassen, die sich nicht wohl stechen und schneiden lassen. Sie haben Bewegung, unterbrechen die Reinigung und werden, wie eine ausgebildete Frucht, bald tödtlich, bald in dem Mutterkörper alt, oder gehen auch wohl bei heftigen Durchfällen ab. Auch im männlichen Körper erzeugt sich etwas Aehnliches, was man Verhärtung (Skirrhos) nennt, wie dies bei dem gewesenen Prätor Oppius Capito vorkam. Allein nicht leicht bringt irgend Etwas so wunderbare Erscheinungen hervor wie die weiblichen Reinigungen. Der Most wird sauer, wenn sie in die Nähe desselben kommen, angerührte Früchte vertrocknen, Pfropfreiser sterben ab, Sprossen in den Gärten verwelken, die Früchte der Bäume, auf welche sie sich setzen, fallen ab, Spiegel erblinden durch das bloße Hineinsehen, das Eisen wird stumpf, das Elfenbein verliert seinen Glanz, Bienenstöcke sterben aus, sogar Kupfer und Eisen werden sofort rostig und bekommen einen widrigen Geruch, die Hunde, welche davon lecken, werden toll, und ihr Biß erhält dann ein unheilbares Gift. [...] Selbst die Ameisen, dies kleinste Geschöpf, sollen Witterung davon haben, die gesammelten Früchte wegwerfen und sie nicht wieder berühren.

Re: Antiker Aberglaube über Frauen #1
Marcella schrieb am 26.07.2022 um 19:08 Uhr (Zitieren)
Tollwütige Hunde, Rostfraß , verwelkende Sprossen, blinde Spiegel ... Gut , dass der Menstruationszyklus inzwischen vollständig aufgeklärt und als sinnvoll erkannt ist, so dass sich solche Phantasien nicht weiter verbreiten müssen. Immerhin nennt Plinius den Zyklus "weibliche Reinigung", der dann doch solche Ätz-und Giftwirkung hervorbringen soll (wie bei mir bekannten Misogynen überhaupt das Weib.)
 
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