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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der kriegerische P. und sein Volk (372 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 17.07.2022 um 15:59 Uhr (Zitieren)
Demosthenes, 2. Olynthische Rede 14-17 (349 v.u.Z. gehalten):
[...] An sich ist diese Macht schwach und voll Mängel. Philipp aber hat durch alles das, weshalb man ihn vielleicht für groß hält, durch die Kriege und Feldzüge dieselbe noch unzuverläßiger für sich selbst gemacht, als sie von Natur war.

Denn glaubt ja nicht, Athenische Männer, daß Philipp und seine Unterthanen an denselben Dingen Wohlgefallen finden [μὴ γὰρ οἴεσθ‘, ὦ ἄνδρες Ἀθηναῖοι, τοῖς αὐτοῖς Φίλιππόν τε χαίρειν καὶ τοὺς ἀρχομένους]. Er begehrt Ruhm, und für diesen ist er begeistert und entschlossen, wenn ihm auch bei seinen Unternehmungen und Kämpfen etwas zustoßen sollte, es zu ertragen, indem er Ruhm, Thaten, wie noch kein macedonischer König, vollbracht zu haben, einem ruhigen und sichern Leben vorzieht.

Die Unterthanen aber theilen diesen Ehrgeiz nicht, sondern fühlen sich durch die steten Feldzüge Land auf Land ab, bei ihren unaufhörlichen Verlusten gedrückt, und leben unter beständigem Drangsal, da er sie nicht ihrer Arbeit nachgehen, und bei ihrem Eigenthum bleiben läßt, ja indem er sie nicht einmal, was sie etwa erworben haben, so verwerthen läßt, wie sie könnten, weil wegen des Kriegs die Handelsplätze im Lande gesperrt sind [ταῦτ‘ ἔχοντες διαθέσθαι κεκλειμένων τῶν ἐμπορίων τῶν ἐν τῇ χώρᾳ διὰ τὸν πόλεμον].

Leicht kann man daraus schließen, welche Gesinnung die meisten Macedonier gegen Philipp hegen [οἱ μὲν οὖν πολλοὶ Μακεδόνων πῶς ἔχουσι Φιλίππῳ, ἐκ τούτων ἄν τις σκέψαιτ‘ οὐ χαλεπῶς]. [...]

(Demosthenes: Werke. Hrsg. v. Heinrich August Pabst. 3 Bde. Wien 1839; Bd. 1, S. 50)
Re: Der kriegerische P. und sein Volk
Marcella schrieb am 20.07.2022 um 08:10 Uhr (Zitieren)
Ein stets aktueller Text. Um die wenig kriegslustigen Einwohner aufzurütteln, bedarf es
intensiver kriegstreiberischer Propaganda. Dafür gab es, gibt es Spezialisten.
Re: Der kriegerische P. und sein Volk
Γραικύλος schrieb am 22.07.2022 um 00:12 Uhr (Zitieren)
Demosthenes geht von den Interessen des Volkes aus und unterschätzt die Möglichkeiten der Propaganda. Obgleich er selbst sie gegenüber den Athenern betreibt.
 
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