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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Gulliver's Travels auf Griechisch #2 (437 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 10.07.2022 um 00:00 Uhr (Zitieren)
Claudius Aelianus, Varia Historia III 18:
Etwas noch Seltsameres setzte er hinzu: Bei ihnen wohne ein Menschenschlag, Meroper genannt, sagte er, in vielen großen Städten, und am äußersten Ende ihres Landes befinde sich ein Ort, der Anostos [Ἄνοστος, ohne Rückkehr] genannt werde, einem Abgrund zu vergleichen; er sei weder von Dunkelheit noch von Licht erfasst, sondern auf ihm liege ein Dunstschleier, der mit trübem Rot durchsetzt sei. Zwei Flüsse flössen um diesen Ort, und der eine werde Freude [Ἡδονή], der andere Trauer [Λύπη] genannt, und an jedem von ihnen entlang stünden Bäume von der Größe einer stattlichen Platane. Die Bäume am Fluss der Trauer trügen Früchte, die eine derartige Eigenschaft hätten: Wenn jemand von ihnen kostet, muss er so sehr weinen, dass er für den Rest seines Lebens in Tränen zerfließt und auf diese Weise stirbt.

Die anderen Bäume, die beim Fluss der Freude stünden, brächten entsprechend gegenteilige Frucht: Wer nämlich von ihnen kostet, löst sich von all seinen früheren Begehrlichkeiten [τῶν μὲν ἄλλων τῶν πρότερον ἐπιθυμιῶν παύεται], und wenn er etwas leidenschaftlich geliebt hat, so vergisst er es, und binnen kurzem wird er jünger und erlebt die vergangenen und schon durchlaufenen Altersstufen in umgekehrter Reihenfolge noch einmal. Nachdem er nämlich das Alter abgeworfen hat, wendet er sich erneut der Blütezeit seines Lebens zu, kehrt dann ins Jünglingsalter zurück, wird dann Kind, dann Säugling und schwindet darauf ganz dahin.

Und wenn jemandem der Mann aus Chios [ὁ Χῖος] mit dieser Geschichte glaubwürdig erscheint, dann soll er das glauben. Mir jedenfalls scheint er ein gewaltiger Märchenerzähler zu sein [ἐμοὶ δὲ δεινὸς εἶναι δοκεῖ μυθολόγος] – in diesem Fall und auch in anderen.

(Fragmente der Historiker: Theopomp von Chios. Hrsg. v. Barbara Gauger und Jörg-Dieter Gauger. Stuttgart 2010, S. 78 f.)
 
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