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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Grundsätze der Kindererziehung (491 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.07.2022 um 00:01 Uhr (Zitieren)
P. Terentius Afer, Adelphoe I 1:

Micio, selber kinderlos, hat Aeschinus, den Sohn seines Bruders Demea, an Sohnes Statt bei sich aufgenommen. Es wäre keine Komödie, wenn das glatt ginge.
Micio:

[...]
Doch ich, was denk ich, weil der Sohn nicht heimkehrt?
Was ängstet mich nicht? – Daß er sich erkältet hat,
Daß er gestürzt ist oder was gebrochen hat!
Bah! Daß ein Mensch doch irgendwas ins Herz sich pflanzt
Und hätschelt, daß ihm‘s teurer wird als er sich selbst
[vah quemquamne hominem in animo instituere aut
parare quod sit carius quam ipsest sibi]!
Und doch – er ist nicht mein, ist meines Bruders Sohn:
Und völlig ungleich ist mir der. Von Jugend an
Erkor ich mir dies sanfte, stillgemächliche
Stadtleben, und was anderen als ein Glück erscheint,
Ein Weib, besaß ich nie; er, ganz mein Gegenbild,
Lebt auf dem Lande, hält sich immer karg und hart.
Er hat ein Weib genommen, die zwei Söhne dann
Gebar. Den ältesten nahm ich auf an Sohnes Statt;
Ich zog von Kindesbeinen an ihn auf bei mir,
Hab ihn gehalten, ihn geliebt, als wär er mein.
Mein Liebling ist er; er allein ist meine Lust,
Und daß er mich gleich liebe, biet ich alles auf;
Ich übe Nachsicht, geb ihm Geld, gebrauche nicht
Mein Recht in allem; endlich habe ich ihn gewöhnt,
Mir nicht, was andere heimlich vor dem Vater tun
Und was die Jugend mit sich bringt, zu verheimlichen.
Denn wer den Vater, wie’s so geht, durch Lug und Trug
Berückt, der wagt’s viel eher noch bei anderen.
Durch Ehrgefühl und Milde kann, das glaubt ich stets,
Man seine Kinder besser ziehen als durch die Furcht
[pudore et liberalitate liberos
retinere satius esse credo quam metu].
Da denkt mein Bruder anders, das gefällt ihm nicht.
Oft kommt er scheltend: „Micio, was machst du noch?
Verdirbst mir da den Jungen, daß er zecht und gar
Den Dirnen nachläuft, und du gibst ihm Geld dazu!
Du hältst in Kleidern ihn zu gut, bist gegen ihn
Zu schwach.“ – Er ist zu strenge, mehr als billig ist,
Und irrt gewaltig, wie ich meine, wenn er glaubt,
Ansehen, gegründet auf Gewalt, sei mächtiger
Und dauerhafter als ein Band, das Liebe knüpft
[et errat longe mea quidem sententia
qui imperium credat gravius esse aut stabilius
vi quod fit quam illud quod amicitial adiungitur].
Mein Grundsatz ist, an diesem Glauben halt ich fest:
Wen Furcht vor Strafe seine Pflicht zu tun bestimmt,
Der hütet sich, solang er glaubt, es wird entdeckt;
Doch hofft er, daß es heimlich bleibt, dann springt er um
[mea sic est ratio et sic animum induco meum:
malo coactu’ qui suom officium facit,
dum id rescitum iri credit, tantisper cavet;
si sperat fore clam, rursum ad ingenium redit].
Wen du durch Wohltun fesselst, der tut alles gern;
Er will vergelten; nah und fern bleibt er sich gleich.
Gewöhne denn ein Vater seinen Sohn, von selbst
Zu tun das Rechte, nicht aus Furcht vor anderen
[hoc patriumst, potiu‘ consuefacere filium
sua sponte recte facere quam alieno metu].
Dies trennt den Herrn vom Vater. Wer das nicht erkennt,
Gestehe, daß ihm Kinderzucht was Fremdes ist
[hoc pater ac dominus interest. hoc qui nequit
fateatur nescire imperare liberis].

 
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