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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die sensationellen Sehenswürdigkeiten Roms #2 (379 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 30.06.2022 um 00:00 Uhr (Zitieren)
Plinius der Ältere, nat. hist. XXXVI 24:
Hierbei dürfen wir einen merkwürdigen Umstand um so weniger verschweigen, weil er von den berühmtesten Geschichtsschreibern nicht berührt worden ist. Als nämlich Tarquinius Priscus dieses Werk durch des Volkes Hände machen ließ und die Frage entstand, ob nicht die Arbeit je länger um so gefährlicher würde, weil viele Bürger sich der verdrießlichen Arbeit durch Selbstmord entzogen, so erfand er ein neues, vorher nie ausgedachtes Mittel zur Erreichung seines Zwecks, welches drin bestand, daß er die so Verstorbenen öffentlich teils ans Kreuz schlagen, teils wilden Tieren und Vögeln zum Zerreissen hinwerfen ließ. So kam auch ihm die dem römischen Namen eigene Scham, welche oft in Schlachten die schon verlorene Schlacht gerettet hat, sehr zu statten; aber damals siegte die bereits vorhandene Scham, denn die Lebenden schämten sich als wenn sie die Verstorbenen wären. Die Kanäle sollen so weit gemacht worden sein, daß ein beladener Heuwagen hindurch fahren konnte. Alles bisher Angeführte ist nur Kleinigkeit gegen diesen Bau und alles zusammen nur diesem einen Wunderwerke zu vergleichen, bevor ich zu Neuem übergehe.

Unter den Consuln M. Lepidus und Q. Catulus befand sich – darüber sind die genauesten Schriftsteller einig – zu Rom kein schöneres Haus als das des Lepidus selbst. Aber wahrlich, 35 Jahre später war es im Range erst das Hundertste. Um dies zu begreifen, erwäge man nur die Lasten von Marmor, die zahlreichen Malereien, den königlichen Aufwand, die mit dem schönsten und herrlichsten wetteifernden hundert Häuser, welche später noch von unzähligen andern bis auf diesen Tag übertroffen sind.

Gewiß, die Feuersbrünste bestrafen unsern Luxus, und doch kann es nicht dahin kommen, daß unsere Sitten zu der Überzeugung gelangen, es gäbe etwas Vergänglicheres als den Menschen [nec tamen effici potest ut mores aliquid ipso homine mortalius esse intellegant].

Alle jene Häuser mußten aber zwei andern nachstehen. Zweimal habe ich gesehen, daß die ganze Stadt mit Häusern umgeben war; es waren die des Cajus (2) und des Nero, und das des letzteren (damit nichts fehle) sogar golden.

Ja, ja, so wohnten jene Männer, welche dieses Reich gründeten, welche vom Pfluge oder Herde kamen, um so viele Völker zu besiegen und Triumphe zu feiern, deren Äcker weniger Raum einnahmen als die Prunkzimmer jener Kaiser.

Dabei fällt mir die Frage ein, den wievielsten Teil dieser Prunkgebäude wohl jene Plätze ausmachten, welche man den unbesiegten Feldherrn öffentlich überließ, um ihre Häuser darauf zu bauen? Ihre höchste Auszeichnung, z.B. bei R. Valerius Publicola, der mit L. Brutus der erste Consul war und so viele Verdienste besaß, sowie bei seinem Bruder, der in derselben Würde die Sabiner zweimal besiegt hatte, bestand darin, daß dem Volksbeschlusse hinzugefügt wurde, die Türen zu ihren Häusern sollten sich nach Außen öffnen und das Haustor ins Freie herausschlagen. Das war die größte Ehre für die Häuser, in welchen Personen wohnten, welche Triumphe gehalten hatten. Wir aber wollen dafür sorgen, daß zwei Cajer oder zwei Neros nicht einmal jenes Ruhmes der Fama teilhaftig werden, und zeigen, daß ihr Wahnsinn sogar durch die Privatgemächer des M. Scaurus übertroffen wurde.


(2) Caligula
 
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