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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Totenklage und Einbalsamierung der Toten in Ägypten #2 (376 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 28.06.2022 um 00:00 Uhr (Zitieren)
Herodot II 85-90:
87 Das ist die Art, die Leichen auf die teuerste Weise zu behandeln. Wer die zu hohen Kosten scheut und die mittlere Einbalsamierungsart vorzieht, den bedient man folgendermaßen: Man füllt die Klystierspritze mit Zedernöl und führt das Öl in den Leib der Leiche ein, ohne ihn aufzuschneiden und die Eingeweide herauszunehmen. Man spritzt es durch den After hinein und verhindert den Ausfluß. Dann wird die Leiche die vorgeschriebenen Tage über in Natron gelegt.

Am letzten Tag läßt man das vorher eingeführte Zedernöl wieder heraus; es hat eine so große Kraft, daß Magen und Eingeweide aufgelöst und mit herausgespült werden. Das Fleisch wird durch die Natronlauge zersetzt, so daß an der Leiche nur Haut und Knochen übrigbleiben. Nach dieser Behandlung gibt man den toten Körper zurück, ohne noch etwas daran zu tun.

88 Die dritte Einbalsamierungsart, die nur die Armen interessiert, ist folgende: Der Leib wird mit Rettichöl ausgespült und die Leiche dann die 70 Tage eingelegt. So wird sie zum Abholen zurückgegeben.

89 Die Frauen angesehener Männer schickt man nicht sofort nach dem Tode zur Einbalsamierung, auch nicht schöne Frauen oder solche aus besserem Hause. Man übergibt sie erst drei oder vier Tage nach dem Tode den Balsamierern. Das tut man, damit sich diese Leute nicht an den Verstorbenen vergehen [τοῦτο δὲ ποιεῦσι οὕτω τοῦδε εἵνεκεν, ἵνα μή σφι οἱ ταριχευταὶ μίσγωνται τῇσι γυναιξί]. Man erzählt, es sei ein-mal einer ertappt worden, der sich an der frischen Leiche einer Frau verging; ein Zunftgenosse habe ihn angezeigt.

90 Wenn ein Ägypter oder ebenso ein Fremder durch ein Krokodil geraubt wird oder offenbar durch den Fluß selbst zu Tode gekommen ist, müssen ihn die Einwohner der Stadt, bei der er an Land getrieben worden ist, einbalsamieren, aufs schönste schmücken und an geweihter Stätte bestatten lassen. Keiner seiner Angehörigen und Freunde darf ihn berühren. Die Priester des Nilgottes begraben ihn selbst, indem die Hand anlegen, als wäre er mehr als ein Mensch [ἅτε πλέον τι ἢ ἀνθρώπου νεκρόν].

(Herodot: Historien. 2 Bde. Herausgegeben von Josef Feix. München ²1977; Bd. 1, S. 268-271)
 
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