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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Tod des Empedokles (411 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.06.2022 um 15:33 Uhr (Zitieren)
Diogenes Laertios VIII 67-72:
67. Von seinem Tode gehen verschiedene Erzählungen. Herakleides nämlich, nachdem er die Geschichte von der Atemlosen vorgetragen, wie Empedokles sich einen großen Namen machte dadurch, daß er die für tot Gehaltene lebend entließ, erzählt, er sei mit einem Opfer beschäftigt gewesen bei dem Landgut des Peisianax. Es waren dazu mehrere Freunde gebeten, unter ihnen auch Pausanias.

68. Nach dem Opferschmause entfernten sich die anderen, um der Ruhe zu pflegen, die einen unter den Bäumen, die neben dem Landgut standen, die anderen wo es ihnen gerade behagte; er selbst aber blieb an der Stelle, wo er bei Tische gelegen. Als man nun bei Anbruch des Tages sich wieder erhob, war er der einzige, den man nicht fand.

Als man denn nach ihm suchte und auch die Sklaven, wenn auch im übrigen vergeblich, befragte, erklärte einer, um Mitternacht habe er eine mächtige Stimme vernommen, die nach Empedokles rief; da sei er aufgestanden und habe ein himmlisches Licht und Fackelschein gesehen, sonst aber nichts. Noch waren alle voll Schrecken über das Geschehene, als Pausanias herunterkam und einige Leute zur Aufsuchung entsandte. Bald darauf aber ließ er alle weiteren Veranstaltungen einstellen, indem er erklärte, sein (des Empedokles) Gebet sei erhört worden und man müsse ihm opfern als einem zu göttlicher Würde Erhobenen.

69. Hermippos erzählt, er habe eine gewisse Pantheia aus Akragas, die von den Ärzten aufgegeben, geheilt und deshalb das Opfer vollzogen; der dazu Geladenen seien es an die achtzig gewesen. Hippobatos aber berichtet, er sei, nachdem er sich erhoben, in der Richtung auf den Ätna zu gewandert[,] und bei den Feuerschlünden angelangt, sei er hineingesprungen und verschwunden, in der Absicht, den über ihn verbreiteten Glauben, er sei zum Gott geworden, zu bestärken; weiterhin aber sei die Wahrheit zutage gekommen, als eine seiner Sandalen aus dem Krater herausgeschleudert worden sei; denn er pflegte eherne zu tragen. Dagegen erhob Pausanias Einspruch.

70. Diodorus von Ephesos sagt in seiner Schrift über Anaximander, er hätte diesen sich zum Vorbild genommen, indem er seine tragische Großsprecherei [τραγικὸν τῦφον] und seine feierliche Kleidung angenommen hätte.

Als die Selinuntier von einer Seuche befallen wurden infolge der bösen Ausdünstungen des benachbarten Flusses, so daß die Menschen hinweggerafft und die Weiber mit Fehlgeburten heimgesucht wurden, soll Empedokles auf den Gedanken gekommen sein, zwei nahe liegende Flüsse in jenen Fluß hineinzuleiten, und zwar auf eigene Kosten. Die dadurch erzielte Mischung soll das strömende Wasser unschädlich gemacht haben.

Nachdem so die Seuche ihr Ende erreicht und die Selinuntier am Ufer des Flusses einen Festschmaus veranstalteten, soll Empedokles erschienen sein; die Versammlung aber hätte sich erhoben, ihn feierlich begrüßt und zu ihm gebetet wie zu einer Gottheit. Diese Meinung zu bekräftigen sei er in den Feuerschlund gesprungen.

71. Dem widerspricht indes Timaios, indem er ausdrücklich erklärt, er sei nach dem Peloponnes ausgewandert und überhaupt nicht wieder zurückgekehrt; daher wisse man auch nichts über seinen Tod. Gegen den Herakleides aber erhebt er Widerspruch im vierzehnten Buch unter ausdrücklicher Nennung seines Namens. Peisianax nämlich sei ein Syrakusaner und habe kein Landgut im Bezirk von Akragas gehabt; auch würde Pausanias dem Freunde ein Denkmal errichtet haben nach der Verbreitung dieser Kunde, oder ein bescheidenes Standbild oder eine Kapelle wie einem Gott, denn er war dazu reich genug. „Wie also,“ sagt er, „konnte er sich in den Krater stürzen, dessen er trotz seiner Nähe niemals die geringste Erwähnung getan [πῶς οὖν, φησίν, εἰς τοὺς κρατῆρας ἥλατο ὧν σύνεγγυς ὄντων οὐδὲ μνείαν ποτὲ ἐπεποίητο]? Er ist also im Peloponnes gestorben.

72. Und es kann nicht auffallen, daß sein Grab nirgends gezeigt wird; denn das ist auch bei vielen anderen der Fall.“ Diesen und dergleichen Bemerkungen fügt Timaios noch die Worte hinzu: „Aber das ist eben durchgängig des Herakleides Art: er tischt Wundergeschichten auf wie auch die, es sei ein Mensch vom Monde herabgefallen [καὶ ἐκ τῆς σελήνης πεπτωκέναι ἄνθρωπον λέγων]. [...]

 
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