α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Ausbruch des Peloponnesischen Krieges #3 (378 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.06.2022 um 00:09 Uhr (Zitieren)
Diodorus Siculus, Bibliotheke XII 38-40:
40. Was den Krieg anlangte, so verteidigte Perikles sein Vorgehen mit sorgfältig und klug überdachten Worten: Er zählte die Menge der Verbündeten Athens auf und sprach von der Überlegenheit seiner Seemacht, außerdem erwähnte er die Menge der aus Delos nach Athen herübergeschafften Gelder, die sich aus den Tributen für das gemeinsame Wohl der Städte angesammelt hätten.

Von den 10000 Talenten in der Gemeinschaftskasse waren 4000 für den Bau der Propyläen und für die Belagerung von Pot(e)idaia ausgegeben worden[,] und jedes Jahr gingen an Abgaben der Verbündeten 460 Talente ein. Abgesehen davon betrug nach seinen Worten der Wert der bei festlichen Aufzügen verwendeten Geräte und der Mederbeute 500 Talente.

Schließlich wies er auf die in den Tempeln verwahrten Weihegeschenke sowie auf die Tatsache hin, dass das Standbild der Athene allein 50 Talente Gold an sich trage und die zum Schmuck verwendete Ausstattung abnehmbar sei. All dies könnten sie sich, wenn dringender Bedarf bestehe, von den Göttern entleihen und ihnen dann in Friedenszeiten zurückerstatten. Was dann die Lebensverhältnisse der Bürger angehe, so habe die Stadt dank der langen Friedenszeit große Fortschritte in ihrem Wohlstand gemacht.
Neben den erwähnten Geldmitteln her verfüge Athen, wie Perikles andeutete, auch über Soldaten, die Verbündeten und die in den Festungen liegenden Besatzungen nicht gerechnet, über 12000 Hopliten; die Garnisonen aber und Metöken zählten mehr als 17000 Mann[,] und der vorhandenen Triëren seien es 300.

Die Spartaner hingegen litten nach Perikles‘ Worten nicht nur unter Geldmangel, sondern stünden auch an Seestreitkräften weit hinter den Athenern zurück. Nachdem er all dies ausgeführt und die Bürger zum Krieg ermuntert hatte, überredete er das Volk, keine Rücksicht mehr auf die Spartaner zu nehmen. All das brachte Perikles mühelos dank seiner Redegewalt zustande, weshalb man ihn auch den Olympier nannte.

Erinnert hat daran auch Aristophanes, ein Dichter der Alten Komödie, der zur Zeit des Perikles lebte, mit folgenden Tetrametern:

„O ihr armen Bauern, höre einer
auf mein Wort, will er hören, wie dieses Land zugrundeging.
Den Anfang machte Pheidias durch seine üblen Taten,
dann warf Perikles aus Furcht, er teile sein Schicksal,
den kleinen Funken des Megarerbeschlusses hinein,
entfachte so einen gewaltigen Krieg, so dass
über dem Rauch alle Griechen weinten, die einen dort, die anderen hier.“ (1)

Und wiederum an anderer Stelle:

„Der Olympier Perikles blitzte, donnerte, brachte Griechenland in Aufruhr.
[Eupolis:] Die Überredung saß auf seinen Lippen. So bezaubert, ließ als
Einziger der Redner den Stachel in den Hörern.“ (2)

(Fragmente der Historiker: Ephoros von Kyme – Timaios von Tauromeinion. Hrsg. v. Barbara Gauger und Jörg-Dieter Gauger. Stuttgart 2015, S. 131-134)

(1) Pax 603-611
(2) Acharner 530-532

Den Göttern nur abnehmbaren Schmuck zu gewähren, ist ein praktischer Einfall.
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Küste

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.