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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Nichtchristliche Wunderberichte der Antike #12 (432 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 06.05.2022 um 00:06 Uhr (Zitieren)
27.
Der blutende Stein

Im gleichen Fluss [Araxes] entsteht auch ein Stein von schwarzer Farbe, der Sikyonos heißt. Dieser Stein wird, wenn ein Orakel ein Menschenopfer fordert, von zwei Mädchen auf die Altäre der unheilabwehrenden Götter gelegt. Kaum hat ihn der Priester mit dem Opfermesser berührt, entströmt ihm reichlich Blut.
Nachdem sie auf diese Weise den abergläubischen Ritus durchgeführt haben, kehren sie unter Jammergeschrei zurück und bringen den Stein wieder in den Tempel. So berichtet der Chaldäer Dorotheos im zweiten Buch des Werks „Über Steine“.

[Pseudo-Plutarch, De fluviis 23, 3; in: Fragmente der Historiker – Die Alexanderhistoriker. Hrsg. v. Lennart Gilhaus. Stuttgart 2017, S. 334]


28.
Der Phonolith

Τόν με λίθον μέμνησο τὸν ἠχήνεντα παρέρπων
Νισαίην. ὅτε γὰρ τύρσιν ἐτειχοδόμει
Ἀλκάθοος, τότε Φοῖβος ἐπωμαδὸν ἧρε δομαῖον
λᾶα Λυκωρείην ἐνθέμενος κιθάρην.
ἔνθεν ἐγὼ λυραοιδός. ὑποκρούσας δέ με λεπτῇ
χερμάδι τοῦ κόμπου μαρτυρίην κόμισαι.

Kommst du vorbei an Nisaia, denk meiner, des tönenden Steines!
Als Alkathoos einst türmte die Mauern der Burg,
trug auch Apoll auf der Schulter herbei einen Baustein und legte
seine Zither, das Werk von Lykoreia, hinein.
Wie eine Leier tön ich seitdem, und klopfst du mit leichtem
Kiesel daran, dann bist du gleich der Zeuge des Klangs.

[Anthologia Graeca XVI 279]


29.
Asklepios

In diesen Tagen (1) tat er einem Blinden kund, zum heiligen Sockel zu kommen und sich niederzuwerfen, dann von rechts nach links zu gehen und die fünf Finger auf den Sockel zu legen und die Hand zu erheben und [sie] auf seine Augen zu legen. Und er konnte wieder richtig sehen, und die Menge stand dabei und freute sich mit [τοῦ δήμου παρεστῶτος καὶ συνχαιρομένου], weil lebendige Wundertaten unter unserem Augustus Antoninus geschehen sind.
Dem Lucius, der an Brustfellentzündung litt [Λουκίῳ πλευρειτικῳ] und von jedermann aufgegeben worden war, tat der Gott kund, zu kommen und vom dreieckigen Altar Asche zu nehmen und mit Wein zu mischen und auf seine Seite zu legen. Und er wurde geheilt und dankte dem Gott öffentlich, und die Menge freute sich mit ihm.
Dem Blut spuckenden Julianus, der von jedermann aufgegeben worden war [ἀφηλπισμένῳ ὑπὸ παντὸς ἀνθρώπου], tat der Gott kund, zu kommen und vom dreieckigen Altar Piniensamen zu nehmen und drei Tage lang mit Honig zu essen. Und er wurde geheilt und dankte öffentlich vor der Menge.
Dem Valerius Asper, einem blinden Soldaten [στρατιώτῃ τυφλῷ], tat der Gott kund, zu kommen und Blut von einem weißen Hahn mit Honig zu nehmen und eine Salbe anzurühren und drei Tage lang auf die Augen zu streichen. Und er konnte wieder sehen und kam und dankte dem Gott öffentlich [καὶ ηὐχαρίστησεν δημοσίᾳ τῷ θεῷ].

[Quelle: Florian Steger (Hrsg.), Antike Medizin. Einführung und Quellensammlung. Stuttgart 2021, S. 234 f.]


(1) Gemäß dem Verweis auf Augustus Antoninus muß es sich um die Zeit der Kaisers Antoninus Pius oder des Marcus Aurelius, d.h. um das 2. Jhdt. u.Z., handeln.
 
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