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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die römische Herrschaft: Das Gleichnis von der Flöte (430 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 04.05.2022 um 17:38 Uhr (Zitieren)
Aelius Aristides, Die Romrede 29-31:
[...] Wie eine Flöte, die gründlich gereinigt ist [ὥσπερ αὐλὸς ἐκκεκαθαρμένος] (1), läßt der ganze Erdkreis, sorgfältiger als ein Chor, nur einen einzigen Ton erschallen, nämlich das gemeinsame Gebet, daß euer Reich ewig bestehen möge [συνευχομένη μένειν τὸν ἅπαντα αἰῶνα τήνδε τὴν ἀρχήν]. So gut wird er von diesem höchsten Lenker (2) geschult.

Für alle ist eure Herrschaft gleich [ὑπὸ πάντων δὲ πανταχοῦ ἴσον ἄρχεται]. (3) Diejenigen, welche in den Bergen leben, sind noch friedlicher als die Bewohner der tiefsten Täler und leisten keinen Widerstand mehr, und die Menschen in den reichen Ebenen, sowohl die Kolonisten [κληροῦχοι] als auch die Bewohner des Landes, bestellen für euch das Feld. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Insel und Festland; alle zeigen sich ruhig und gehorsam, wie wenn nur ein einziges zusammenhängendes Land und ein Volk vorhanden wären.
Alles wird auf Befehl und bloßen Wink hin ausgeführt, leichter, als wenn man eine Saite anschlägt, und wenn etwas geschehen soll, genügt es, einen Beschluß zu fassen, und es ist getan. Die Statthalter, die zu den Städten und Völkern ausgesandt werden, haben allesamt Herrschergewalt über die, welche ihnen unterstehen. Was sie aber selbst angeht und ihr Verhältnis untereinander, so gehören sie alle in gleicher Weise zu den Beherrschten. Daher könnte man auch sagen, sie unterscheiden sich darin von den Beherrschten, daß sie zuerst zeigen, wie man sich beherrschen lassen soll. Eine so große Furcht ist sämtlichen Menschen eingeflößt vor dem großen Herrscher und „Prytanen“ des ganzen Reiches [φόβος τοῦ μεγάλου ἄρχοντος καὶ τὰ πάντα πρυτανεύοντος].

(Die Romrede des Aelius Aristides. Hrsg. v. Richard Klein. Darmstadt 1983, S. 22-25)

(1) Die Lesart dieser Stelle ist umstritten; überliefert ist: ὡς αὐλῆς περίβολος ἐκκεκαθαρμένος, d.h. „dem ausgereinigten Umkreise eines Hofes ähnlich“, was keinen guten Sinn ergibt.
(2) Antoninus Pius
(3) Diese Stelle ist ebenfalls umstritten, u.a. wegen des unpersönlichen Gebrauchs von ἄρχεται. Dieser ist vielleicht durch die Fortsetzung der musikalischen Metapher zu erklären: ἀρχή = Grundton, welcher vom Leiter des Chores angegeben wird, wobei das dazugehörige Verbum ἄρχεσθαι als Ersatz für den Ausdruck ἀρχὴν λαμβάνειν angesehen werden kann.
 
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