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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Vertrauen ist gut, Reisen ist besser: Das Gleichnis vom Schlauch (423 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 04.05.2022 um 16:43 Uhr (Zitieren)
Aelius Aristides, Die Romrede 18:
Welchen Nutzen die Perserkönige von ihrer Herrschaft hatten, wird durch den klugen Ausspruch des Oibaras deutlich. (1) Dieser soll als erster dem Kyros (2), dem das viele Umherziehen lästig wurde, gesagt haben: Wenn er weiter König sein wolle, so müsse er das tun und alle Teile seines Reiches aufsuchen, ob er wolle oder nicht; denn er sehe, was mit einem Schlauch geschehe: Die Teile, auf die er trete, würden niedergedrückt und berührten die Erde, während sich die Teile, von denen er sich entferne, wieder aufrichteten und nur dann niedergedrückt würden, wenn er wieder auf sie trete.

Sie waren also gewissermaßen wandernde Könige [μετανάσται τινες βασιλεῖς] und unterschieden sich nur dadurch von den nomadischen Skythen, daß sie in Karossen statt in einfachen Wagen umherfuhren. Sie hielten wegen ihres Mißtrauens und ihrer Angst, am gleichen Platze zu residieren, in Wahrheit ihr eigenes Land nieder wie einen Schlauch und kontrollierten auf diese Weise bald Babylon, dann Susa und schließlich Ekbatana, ohne daß sie es verstanden, ihr Land als Ganzes ständig zu behaupten, und ohne dafür zu sorgen wie gute Hirten [οὐδὲ τημελοῦντες ὥσπερ νομεῖς].

(Die Romrede des Aelius Aristides. Hrsg. v. Richard Klein. Darmstadt 1983, S. 16-19)

(1) Diese Geschichte des Oibaras hat Aristides aller Wahrscheinlichkeit nach dem Geschichtswerk „Persika“ des Griechen Ktesias von Knidos entnommen, der am persischen Hof Leibarzt des Königs Artaxerxes II. war (um 400 v.u.Z.). Das Werk ist nur in Auszügen bei Diodor, Nikolaos von Damaskus und dem Byzantiner Phokias (9. Jhdt.) erhalten, allerdings ohne erkennbaren Bezug zur vorliegenden Anekdote.
(2) wohl Kyros II. der Große (559-53 v.u.Z.)
 
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