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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Nichtchristliche Wunderberichte der Antike #5 (448 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 27.04.2022 um 14:32 Uhr (Zitieren)
11.
Anaxagoras von Klazomenai

Die Griechen preisen den Klazomenier Anaxagoras, weil er im zweiten Jahre der 78sten Olympiade [467/66 v.u.Z.] zufolge seiner Wissenschaft von himmlischen Dingen vorausgesagt habe, an welchen Tagen ein Stein aus der Sonne herabfallen werde, und weil dies auch bei hellem Tage am Flusse Aigos in Thrake geschehen sei. Der Stein wird noch gezeigt, hat die Größe einer Wagenlast und ist schwärzlich von Farbe. In jenen Nächten leuchtete auch ein Komet am Himmel.
Wer diese Vorhersage glauben wollte, müßte nothwendig zugleich gestehen, daß die Sehergabe des Anaxagoras ein noch größeres Wunder sei, und daß die ganze Kenntniß der Natur damit aufgehoben und Alles verworren werden würde, wenn man glauben wollte, die Sonne selbst sei ein Stein, oder es sei je ein Stein in ihr gewesen.
Daß aber des öfteren Steine herabfallen, bleibt darum unbezweifelt [decidere tamen crebro non erit dubium]. Aus jenem Grunde wird auch in dem Gymnasion zu Abydos noch jetzt ein Stein verehrt, zwar nur von mäßiger Größe, dessen Niederfall auf die Mitte der Erde derselbe Anaxagoras vorausgesagt haben soll. Man verehrt auch einen solchen Stein zu Kassandria, das jetzt Potidaia heißt, und wohin gerade deßwegen eine Colonie geführt wurde; ich selbst habe einen auf der Feldmark der Vocontier gesehen, der kurz zuvor niedergefallen war.

[Plinius der Ältere, Naturgeschichte II 149]


12.
Hadrian

Um jene Zeit tauchte ein Weib auf, das erklärte, im Traum den Auftrag erhalten zu haben, dem Hadrian zu bestellen, er möge sich nicht umbringen, dieweil er gesunden werde. Als sie den Wink nicht befolgte, sei sie erblindet. Es sei ihr jedoch der nämliche Auftrag an Hadrian abermals zuteil geworden; auch solle sie ihm die Knie küssen und werde, wenn sie dies getan habe, ihr Augenlicht zurückerhalten.
Als sie die im Traum empfangene Weisung ausgeführt hatte, erhielt sie ihr Augenlicht wieder, nachdem sie sich die Augen mit Wasser ausgewaschen hatte, das in dem Heiligtum floß, aus dem sie gekommen war.
Es kam übrigens auch aus Pannonien ein blinder Greis zu dem fieberkranken Hadrian und rührte ihn an.
Als dies geschehen war, erhielt der Blinde sein Augenlicht wieder, und von Hadrian wich das Fieber. Allerdings berichtet Marius Maximus, bei diesen Vorgängen habe Täuschung [simulatio] mitgespielt.

[Historia Augusta, Aelius Spartianus: Hadrian 25, 1-4]


13.
Ein schwitzendes Götterbild

Ἄρτεμις ἱδρώουσα προάγγελός ἐστι κυδοιμοῦ.

Schwitzendes Artemisbild ist Künderin schrecklichen Krieges.

[Anthologia Graeca IX 534]

 
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