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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Nichtchristliche Wunderberichte der Antike #4 (452 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 27.04.2022 um 14:22 Uhr (Zitieren)
8.
Pyrrhos, König von Epirus

Man glaubte, daß er Milzsüchtige heilte, wenn er einen weißen Hahn opferte und ihnen, während sie auf dem Rücken lagen, mit dem rechten Fuß sacht auf den Leib trat. Keiner war so arm und niedrig, daß ihm nicht die Behandlung, wenn er es wünschte, zuteil wurde. Den Hahn, den er geopfert hatte, nahm er an sich, und diese Ehrengabe war ihm hochwillkommen.
Es heißt, daß die große Zehe dieses Fußes eine göttliche Kraft in sich hatte, so daß sie nach seinem Tode, als der übrige Körper verbrannt war, unversehrt und von der Flamme unberührt gefunden wurde.

[Plutarch, Pyrrhos 3]


9.
Pythagoras von Samos

Als ein beladenes Schiff in Metapont eintraf und die Zuschauer wegen der Ladung beteten, es möge unbeschädigt lan-den, habe Pythagoras, der anwesend war, gesagt: „Ihr werdet sehen, daß dieses Schiff auch einen Leichnam bringt.“ In Kaulonia wiederum, wie Aristoteles berichtet, prophezeite er die Erscheinung einer weißen Bärin. Und derselbe Aristoteles, der über ihn schrieb, erzählt noch vieles andere und sagt auch folgendes: „Die tödlich beißende Schlange in Tyrrhenia tötete er dadurch, daß er sie selber biß.“ Er habe den Pythagoreern den aufkommenden Aufstand vorhergesagt. Deshalb floh er nach Metapont, ohne von irgend jemandem gesehen zu werden. Und als er zusammen mit anderen den Fluß Kasa überquerte, hörte er eine übermenschliche, laute Stimme, die sagte: „Sei gegrüßt, Pythagoras!“ Die Anwesenden seien von Furcht ergriffen worden. Er erschien auch an demselben Tag und zu derselben Stunde in Kroton und in Metapont. Als er einmal im Theater saß, stand er auf, wie Aristoteles berichtet, und zeigte denjenigen, die bei ihm saßen, daß sein eigener Schenkel aus Gold war.

[Aristoteles fr. 191; Aelian, Varia Historia II 26 und IV 17]


10.
Der Steinregen auf dem Albaner Berg

Als sich durch den Sieg über die Sabiner König Tullus [Hostilius] und der ganze römische Staat großen Ruhmes und großer Macht erfreuten, wurde dem König und dem Senat gemeldet, auf dem Albaner Berg habe es Steine geregnet. Weil man das kaum glauben konnte, schickte man Leute hin, die das Zeichen vom Himmel überprüfen sollten; vor ihren Augen fielen zahlreiche Steine vom Himmel, nicht anders, als wenn die Winde geballten Hagel niedergehen lassen. Sie glaubten auch, aus dem Hain oben auf dem Gipfel des Berges eine mächtige Stimme zu vernehmen, die Albaner sollten nach dem Ritus ihrer Väter ihre Opfer vollziehen; sie hatten diese schon ganz in Vergessenheit geraten lassen, als hätten sie mit ihrer Heimatstadt auch ihre Götter hinter sich gelassen, und hatten entweder römische Kulte übernommen oder, mit ihrem Schicksal hadernd, was immer wieder vorkommt, die Verehrung der Götter ganz aufgegeben. Auch die Römer vollzogen auf dieses Zeichen hin im Namen des Staates ein neuntägiges Opfer [novendiale sacrum], entweder weil die himmlische Stimme auf dem Albaner Berg es gefordert hatte – auch das findet man nämlich überliefert – oder weil die Haruspices es so anordneten. Es hielt sich jedenfalls der Brauch, immer dann, wenn dieses Zeichen vom Himmel gemeldet wurde, neun Tage lang Feiern durchzuführen.

[Livius I 31]

 
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