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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Christenverfolgungen unter Marc Aurel #4 (469 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 25.04.2022 um 00:20 Uhr (Zitieren)
(Eusebius, Kirchengeschichte:)
Täglich wurden solche verhaftet, die würdig waren, die Zahl der Märtyrer auszufüllen, so daß von beiden Kirchen alle tüchtigen Personen, die hauptsächlich das Gemeindeleben hier trugen, festgenommen wurden.

Aber auch die Heiden, die im Dienste der Unsrigen standen, wurden verhaftet, da der Statthalter die allgemeine Verordnung erließ, man müsse nach uns allen fahnden [ἀναζητεῖσθαι πάντας ἡμᾶς]. Diese Dienstboten brachten, vom Satan verführt [κατ‘ ἐνέδραν τοῦ σατανᾶ], aus Furcht vor den Martern, welche sie die Heiligen dulden sahen, und von den Soldaten dazu aufgehetzt, gegen uns die unwahre Behauptung auf, daß wir thyesteische Mahlzeiten (10) hätten, gleich Ödipus Umgang pflegten und noch vieles andere täten, worüber wir nicht reden und denken dürfen und wovon wir nicht einmal glauben, daß es unter Menschen je vorgekommen ist.

Als sich derartige Gerüchte verbreiteten, wurden alle gegen uns wütend, so daß selbst solche, die sich anfänglich noch wegen häuslicher Beziehungen zurückzuhalten wußten, nun rasend wurden und gegen uns mit den Zähnen knirschten. Da erfüllte sich das Wort unseres Herrn, es werde eine Zeit kommen, ‚in der jeder, der euch töten wird, glaubt, Gott einen Dienst zu erweisen‘ (11).

Nunmehr hatten die heiligen Märtyrer Qualen zu ertragen, die jeder Beschreibung spotten; denn der Satan versuchte alles, auch sie zu Schmähungen zu veranlassen.
[...] [Es folgt die Schilderung weiterer Martyrien.]

Als auch Attalus, der ein angesehener Mann war, von der Menge ungestüm verlangt wurde, trat er infolge seines guten Gewissens kampfbereit ein; denn trefflich hatte er sich in den Reihen der christlichen Kirche geschult, und stets hatte er bei uns der Wahrheit Zeugnis gegeben. Er wurde im Amphitheater herumgeführt, wobei ihn eine Tafel mit der lateinischen Inschrift ankündigte: ‚Dies ist Attalus, der Christ [οὗτός ἐστιν Ἂτταλος ὁ Χριστιανός]‘ und das Volk kochte vor Wut auf ihn über. Da erfuhr der Statthalter, daß er ein Römer sei, weshalb er befahl, ihn zu den übrigen zurückzuschicken, die im Kerker waren, und darüber an den Kaiser berichtete, dessen Weisung er nun abwartete.
[...]

Da der Kaiser in seinem Reskripte verordnete, die einen hinzurichten, die aber, welche den Glauben verleugneten, freizugeben, ließ der Statthalter zu Beginn des hiesigen großen Festes (12), zu welchem große Scharen von Menschen aus allen Völkern zusammenströmten, die Heiligen zu Ehren der Masse in theatralischem Pomp vor seinen Richterstuhl führen. Nach einem abermaligen Verhöre ließ er die, welche sich als römische Bürger erwiesen, enthaupten, die übrigen aber den wilden Tieren vorwerfen.“
[...]

Bald darauf fährt der Bericht also fort:
„Nachdem die Leiber der Märtyrer auf alle mögliche Weise zum abschreckenden Beispiel gedient und sechs Tage unter freiem Himmel gelegen hatten, wurden sie von den Frevlern völlig verbrannt und ihre Asche in die nahe Rhone geworfen, damit auch kein Restchen mehr auf der Erde davon übrig blie-be. Ihr Handeln entsprang dem Wahne, Herr über Gott zu werden [ὡς δυνάμενοι νικῆσαι τὸν θεόν] und die Auferstehung der Märtyrer zu verhindern.

(10) Thyestes soll seine eigenen Kinder gegessen haben.
(11) Jo 16, 2
(12) vermutlich das jährlich Anfang August stattfindende Fest am Altar der Roma und des Augustus
 
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