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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Nichtchristliche Wunderberichte der Antike #1 (465 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.04.2022 um 16:44 Uhr (Zitieren)
1.
Elisäus

Eine von den Frauen der Prophetenjünger rief Elisäus an: „Dein Knecht, mein Mann, ist tot. Du weißt ja, daß er ein Verehrer des Herrn war. Nun kommt der Gläubiger, um sich meine beiden Söhne als Sklaven zu holen.“
Elisäus fragte sie: „Was soll ich für dich tun? Sage mir, was du zu Hause hast!“ Sie antwortete: „Deine Magd hat nichts anderes zu Hause als einen Krug Öl.“
Da sprach er: „Gehe hin und erbitte dir Gefäße von all deinen Nachbarn im Umkreis, leere Gefäße, und zwar nicht wenige!
Dann geh heim, schließe die Türe hinter dir und deinen Söhnen und gieße in all diese Gefäße Öl! Sind sie voll, so stelle sie weg!“
Sie ging von ihm fort und schloß die Türe hinter sich und ihren Söhnen zu. Diese reichten ihr hin, und sie goß ein.
Sobald die Gefäße voll waren, sprach sie zu ihrem Sohn: „Reiche mir noch ein Gefäß!“ Doch er antwortete ihr: „Es ist keines mehr da.“ Da stand der Ölfluß still.
Nun ging sie hin und erzählte es dem Mann Gottes. Dieser aber sprach: „Verkaufe das Öl und bezahle deine Schulden! Vom übrigen kannst du mit deinen Söhnen leben.“

[2 Könige 4, 1-7]


2.
Elisäus

Einst kam ein Mann von Baal-Schalischa und brachte dem Gottesmann in seinem Brotbeutel Brot aus Erstlingsfrüchten. Es waren 20 Brote von Gerste und dazu Jungkorn. Elisäus befahl: „Gib es den Leuten zu essen.“
Doch sein Diener erwiderte: „Wie soll ich das 100 Leuten vorsetzen?“ Er aber wiederholte: „Gib es den Leuten zu essen; denn so spricht der Herr: Essen wird man und noch übriglassen.“
Er setzte es ihnen vor. Sie aßen und ließen noch übrig, wie der Herr gesagt hatte.

[2 Könige 4, 42-44]


3.
Apollonios von Tyana

Ein Mädchen war am Tage seiner Hochzeit gestorben, so schien es wenigstens, und der Bräutigam folgte bereits jammernd der Bahre und klagte, daß seine Ehe so gänzlich unerfüllt geblieben sei. Aber auch ganz Rom trauerte mit ihm, da das Mädchen aus einer vornehmen Konsularenfamilie stammte. Als nun Apollonios dem Trauerzug begegnete, sagte er: „Legt die Bahre nieder! Ich will euren Tränen über das Mädchen ein Ende machen.“ Zugleich fragte er nach dem Namen des Mädchens.
Die Menge glaubte nun, er werde eine Trauerrede halten, wie sie so üblich sind bei solchen Anlässen, um den Jammer zu beschwören. Er jedoch berührte nur die Tote, sprach einige unverständliche Worte und erweckte so das Mädchen aus dem Scheintode [ἀφύπνισε τὴν κορὴν τοῦ δοκοῦντος θανάτου]. Dieses begann wieder zu sprechen und kehrte ins Elternhaus zurück wie Alkestis, als die von Herakles ins Leben zurückgerufen worden war.
Als ihm die Verwandten ein Geschenk von fünfzehn Myriaden machen wollten, sagte er, sie sollten es dem Mädchen als Mitgift geben.
Ob er nun noch einen Lebensfunken an ihr wahrgenommen hatte, der den Ärzten verborgen geblieben war – man erzählt sich nämlich, Zeus habe Tau auf sie fallen lassen und von ihrem Antlitz sei ein Dunst aufgestiegen –, oder ob er das erloschene Leben wieder zurückgerufen und angefacht hatte, dies vermag ich nicht zu ergründen, und auch die Anwesenden hätten es nicht ermitteln können.

[Flavius Philostratos: Das Leben des Apollonios von Tyana IV 45]

Re: Nichtchristliche Wunderberichte der Antike #1
Johannes schrieb am 24.04.2022 um 17:37 Uhr (Zitieren)
 
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