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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Christenverfolgungen unter Marc Aurel #2 (451 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.04.2022 um 14:57 Uhr (Zitieren)
(Eusebius, Kirchengeschichte:)
b.
Der römische Bischof Soter starb nach achtjähriger Regierung. Ihm folgte als zwölfter Bischof nach den Aposteln Eleutherus (2), und zwar im 17. Jahre der Regierung des Kaisers Antoninus Verus [Marc Aurel]. Als damals in verschiedenen Gegenden der Erde durch die Hetze städtischer Einwohner heftige Verfolgungen gegen uns wieder aufflammten, zeichneten sich Zehntausende von Märtyrern [μυριάδας μαρτύρων] aus, wie sich aus der Geschichte eines einzigen Volkes (3) erschließen läßt, die der Nachwelt überliefert wurde, und die es auch tatsächlich verdient, unvergessen zu bleiben.

Den ausführlichen Bericht hierüber habe ich vollständig meiner Aktensammlung über die Märtyrer einverleibt. (4) Die Darlegung ist nicht nur historisch, sondern auch belehrend. [...]

Gallien ist das Land, in dem sich der Kampfplatz für die erwähnten Streiter befand. Die Hauptstädte Lugdunum (5) und Vienna zeichnen sich bekanntlich durch ihren Glanz vor allen übrigen Städten des Landes aus. Die Rhone, welche das ganze Land in gewaltiger Strömung umfaßt, fließt durch die beiden Städte. Die dortigen hervorragenden Christengemeinden haben an die Gemeinden in Asien und Phrygien ein Schreiben über die Märtyrer geschickt, worin sie die Ereignisse auf folgende Weise erzählen. Ich gebe den Wortlaut wieder:

„Die zu Vienna und Lugdunum in Gallien lebenden Diener Christi wünschen den Brüdern in Asien und Phrygien, welche mit uns den Glauben an die Erlösung und die Hoffnung teilen [τὴν αὐτὴν τῆς ἀπολυτρώσεως ἡμῖν πίστιν καὶ ἐλπίδα ἔχεσιν], Friede und Gnade und Herrlichkeit von Gott, dem Vater, und von Christus Jesus, unserm Herrn.“

Dann folgen noch einige einleitende Bemerkungen, worauf sie den Bericht mit den Worten beginnen:

„Die Größe der hiesigen Drangsale, den furchtbaren Haß der Heiden gegen die Heiligen und alle Leiden der seligen Märtyrer vermögen wir weder genau zu erzählen noch kann man sie niederschreiben. Mit aller Gewalt stürmte der Widersacher [ὁ ἀντικείμενος] auf uns ein und bereitete uns bereits auf sein späteres, furchtbares Erscheinen vor. Kein Mittel ließ er unversucht; er übte die Seinen ein und schulte sie im Kampfe gegen die Diener Gottes. Man versperrte uns nicht nur die Wohnungen, die Bäder und den Markt; ja, es durfte sich überhaupt keiner mehr von uns vor ihnen irgendwo erblicken lassen.

Doch die Gnade Gottes kämpfte für uns, rettete die Schwachen und errichtete gegen den Widersacher starke Säulen, welche die Ausdauer und Kraft hatten, jeden Sturm des Bösen auf sich abzulenken. Sie nahmen es mit ihm auf und ertrugen jede Art von Schimpf und Pein. Die vielen Leiden gering achtend, eilten sie zu Christus. Durch die Tat bewiesen sie es, daß ‚die Leiden der Jetztzeit nicht zu vergleichen sind mit der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden wird‘ (6).

(2) ca. 175 u.Z.
(3) des gallischen
(4) Diese Schrift ist nicht erhalten.
(5) Lyon
(6) Röm. 8, 18
 
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