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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Attalos III., ein botanisierender Tyrann (479 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 21.04.2022 um 14:39 Uhr (Zitieren)
Iustinus, Auszug aus der Weltgeschichte des Pompeius Trogus XXXVI 4, 1-5:

Attalos III. Philometor Euergetes regierte Pergamon von 138 bis 133 v.u.Z.; seinem Testament verdankte Rom den ersten kleinasiatischen Besitz.
Zur selben Zeit, als in Syrien die Königsherrschaft im Wechsel auf immer wieder neue Könige überging, befleckte in Kleinasien König Attalos die blühende Herrschaft, die er von seinem Onkel Eumenes erhalten hatte, durch die Morde an seinen Vertrauten und die Hinrichtungen seiner Verwandten. Dabei gab er vor, dass sie durch ihre Machenschaften seine alte Mutter und dann seine Verlobte [sponsa] Berenike getötet hätten.

Nach diesen frevelhaften und wahnsinnigen Gewaltausbrüchen legte er ein schmutziges Gewand an und ließ Bart und Haare wachsen, wie es Angeklagte tun [in modum reorum submittit]. Er ging nicht mehr in die Öffentlichkeit, zeigte sich nicht mehr seinem Volk, hielt zu Hause keine fröhlichen Festmähler mehr ab und verhielt sich in keinem Punkt mehr so, wie es für einen gesunden Menschen charakteristisch ist [aut aliquod signum sani hominis habere], sodass es geradezu so aussah, als leistete er den Totengeistern der Ermordeten [manibus interfectorum] Buße.

Dann vernachlässigte er die Regierung seines Reiches, grub Gärten um, säte Pflanzen an und vermischte dabei schädliche und unschädliche wild durcheinander. All das tränkte er mit Gift und schickte es seinen Vertrauten als ein besonderes Geschenk.

Nach dieser Beschäftigung widmete er sich dann der Herstellung von Bronzekunstwerken und hatte seine Freude daran, Wachs zu modellieren und Bronze zu gießen und zu formen.
Anschließend beschloss er, seiner Mutter ein Grabmal zu errichten, doch während er sich mit dieser Aufgabe befasste, zog er sich durch die Sonnenhitze eine Krankheit zu und starb am siebten Tag. In seinem Testament wurde damals das römische Volk als sein Erbe eingesetzt [Huius testamento heres populus Romanus tunc instituitur].
[...]

(Justin: Römische Weltgeschichte. Hrsg. v. Günter Laser. 2 Bde. Darmstadt 2016; Bd. 2, S. 172 f.)

Vgl. Plutarch, Leben des Demetrios 20:
[...] Attalos Philometor zog in seinem Garten Arzneipflanzen, nicht nur Bilsenkraut und Nieswurz, sondern auch Schierling, Fingerhut und Doryknion (1); er säte und pflanzte sie selbst im königlichen Palast und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Früchte und Säfte zu kennen und zur rechten Zeit zu gewinnen. [...]

(1) eine Giftpflanze
 
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