α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ ς σ τ υ φ χ ψ ω Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ C Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω Ἷ Schließen Bewegen ?
Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Griechisch oder Latein? #2 (464 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 12.04.2022 um 00:06 Uhr (Zitieren)
Aulus Gellius, Noctes Atticae II 26, 1-23:
9. Unser Ausdruck poenicus, der Deinem griechischen φοῖνιξ entspricht, begreift sowohl unser rutilus, als unser dem poenicus gleichbedeutendes und (allerdings ebenfalls) aus dem Griechischen entlehntes (und bei uns im Lateinischen ganz einheimisch gewordenes) spadix und bezeichnen beide Ausdrücke ein (volles, üppiges,) gesättigtes und ein blendend (prächtig glänzendes) Roth, wie es die von der Sonne noch nicht ganz gereiften Früchte des Palmbaumes zeigen, von denen spadix und poenicus ihre Namen erhielten.

10. Denn spadix [σπάδιξ] heisst in dorischer Mundart ein mit der (röthlichen) Frucht abgebrochener Palmzweig.

11. Der Ausdruck fulvus aber, eine Mischung von Roth und Grün bezeichnend, scheint an einigen Gegenständen mehr die grüne, an andern mehr die rothe Farbe vorherrschen zu lassen [habere]. So nennt der in der Wahl der Wörter so höchst genaue Dichter (Vergil) den Adler fulvus (rothgold, dunkelgelb; Verg. Aen. XI 751) und ebenso den Quarzstein (jaspis; Verg. Aen. IV 261), die Pelzmützen (galeri; Verg. Aen. VII 688), ferner das Gold (Verg. Aen. VII 279), dann den Sand (Verg. Aen. V 374), endlich den Löwen (Verg. Aen. IV 159) und so auch Q. Ennius in seinen Annalen den Dunstkreis [aër].

12. Die durch ‚flavus‘ bezeichnete Farbe dagegen, scheint aus Grün, Roth und Weiss zusammengemischt. So werden vom Vergil die Haare (Verg. Aen. IV 590; flaventes comae, goldgelbe Locken) und was Einige Wunder nimmt, wie ich sehe, das Laub der Oelbäume ‚frondes flavae‘ (gilblich; Aen. V 309, flava oliva [blass-] gelblicher Oelzweig) genannt.

13. So nannte schon früher Pacuvius (1) das Wasser ‚flava‘ (aqua), den Staub aber ‚fulvus‘ (pulvis). Da sein Verse höchst anmuthig sind, vergegenwärtige ich sie mir hier sehr gern:

Cedo tuum pedem mi, limphis flavis fulvum ut pulverem
Manibus isdem, quibus Ulixi saepe permulsi, abluam,
Lassituidenemque minuam manuum mollitidine.

Reich’ mir her Deinen Fuss, dass mit gelblicher Fluth den gelben Staub ich kann
Dir abspülen mit selbigen Händen, die den Ulyss gestreichelt einst,
Dass ich Erschlaffung schnell durch milde Handberührung lindre Dir.

(Aulus Gellius: Die Attischen Nächte. Hrsg. v. Fritz Weiss. Zwei Bände, Leipzig 1876; Nachdr. Darmstadt 1975; Bd. I, S. 154-159)

(1) M. Pacuvius, römischer Tragiker (220 – ca. 130 v.u.Z.), ein Neffe des Ennius
 
Antwort
Titel:
Name:
E-Mail:
Eintrag:
Spamschutz - klicken Sie auf folgendes Bild: Colosseum (Rom)

Aktivieren Sie JavaScript, falls Sie kein Bild auswählen können.