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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Eunuch berät junge Mutter #3 (417 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.04.2022 um 23:37 Uhr (Zitieren)
Aulus Gellius, Noctes Atticae XII 1:
16. So trägt auch (im Gewächsbereich) bei Bäumen und Früchten meist die gute Beschaffenheit eines nahrhaften feuchten Bodens mehr zur Verminderung oder Vermehrung ihres Gedeihens und Wachsthums bei, als die Vorzüglichkeit und Güte des ausgestreuten Samens; und so hat man öfters einen blühenden und im (üppigen) Wachsthum begriffenen Baum, wenn er an einen andern Ort umgesetzt wurde, wegen (dürftiger) Nahrung in saftlosem Grund und Boden (absterben und) eingehen sehen.

17. Wie zum Henker [Quae, malum] will man nun erst rechtfertigen, so etwas Edles in einem menschlichen Geschöpfe, eine leiblich und geistig ursprünglich gutgeartete Grundlage durch untergeschobene und abartige Nahrung fremder Milch zu verderben [insitiuo degenerique alimento lactis alieni corrumpere]? zumal wenn die Person, welche man zum Stillen verwendet, entweder von niedriger Herkunft oder von niedriger Denkungsart, wie das sehr oft vorkommt, von einem fremden und ungebildeten Volke stammte, wenn sie frech, oder hässlich, schamlos und dabei trunksüchtig ist; denn gewöhnlich wird ohne Unterschied die erste beste verwendet, welche zur Zeit gerade das Geschäft der Säugenden verrichten kann.

18. Wollen wir also (in solchem Falle) nicht zugeben, dass unser kleiner Sprössling vom verderblichen Gifte angesteckt werde und aus dem verdorbensten Geist und Körper für seinen Geist und Körper Nahrung ziehe?

19. Hierin zeigt sich aber wahrlich der eigentliche Grund, dass manche Kinder sittsamer Mütter, was uns so oft Wunder nimmt, ihren Aeltern weder an Leib noch Seele ähnlich sind.
[...]

21. Und wenn nun auch dies noch kein Beweggrund (für die Mutter, ihr Kind selbst zu stillen) sein sollte, wir wird man dann auch noch gleichgültig bleiben und die Warnung unbeherzigt lassen können, weil Mütter, welche ihr eigenes Fleisch und Blut verlassen und von sich entfernen und fremden Leuten zur (Ernährung und) Pflege überlassen, gewärtig sein müssen, jenes (heilige) Band, jenes Verkittungsmittel herzlicher Liebe [uinculum illud coagulumque animi atque amoris], wodurch die Natur die Aeltern mit ihren Kindern vereinigt wissen will, zu zerreissen oder doch wenigstens zu lockern und zu untergraben.

22. Denn durch die erfolgte Entfernung eines solchen aus dem Hause und aus den Augen gegebenen Kindes wird nach und nach jene lebendigheisse Mutterliebe erkalten und jeder Herzschlag (kindlicher Zärtlichkeit und) rastlosester (mütterlicher Sorgfalt und) Bekümmerniss wird verstummen, und bald wird das (arme) einer fremden Ernährerin anvertraute Wesen nicht weniger vergessen sein, als ein durch den Tod verlorenes.

(Aulus Gellius: Die Attischen Nächte. Hrsg. v. Fritz Weiss. Zwei Bände, Leipzig 1876; Nachdr. Darmstadt 1975; Bd. II, S. 130-135)
 
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