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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Blasphemie des Kotys (490 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 04.04.2022 um 12:39 Uhr (Zitieren)
Athenaios von Naukratis XII 531e-532a (= Theopomp F 31):

Kotys war ein bedeutender König der Odrysai, eines thrakischen Stammes (reg. 383/2-360/59 v.u.Z.).
Im 1. Buch der Philippika berichtet Theopomp über Philipp [sc. von Makedonien, Vater Alexanders des Großen] und sagt: „Und am dritten Tag kam er nach Onokarsis, einem Ort in Thrakien, zu dem ein herrlich angelegter Hain gehört, der besonders in sommerlicher Jahreszeit zum Verweilen einlädt.

Er zählte nämlich auch zu den bevorzugten Aufenthaltsorten des Kotys [Κότυς], der von allen Königen, die es in Thrakien gegeben hat, am meisten zu Genuss und Luxus neigte; der zog durch das Land und stattete überall, wo er Orte fand, deren Baumbestand Schatten spendete und die von Wasser durchflossen waren, diese als Schauplätze für festliche Gelage aus. Und er besuchte jeden einzelnen von ihnen, wenn es sich ergab, veranstaltete Opfer für die Götter und war mit seinen Offizieren zusammen und lebte glücklich und in Freuden, bis er sich dazu verstieg, Athene zu lästern und zu beleidigen [ἕως εἰς τὴν Ἀθηνᾶν βλασφημεῖν καὶ πλημμελεῖν ἐπχείρησεν].“

Und der Historiker berichtet im Anschluss daran, dass Kotys ein Festmahl ausrichtete, als ob Athene ihm angetraut werde, ein Brautgemach herrichten ließ und in betrunkenem Zustand die Göttin erwartete. Als er dann völlig von Sinnen war, schickte er einen Soldaten der Leibwache, der nachschauen sollte, ob die Göttin schon im Brautgemach eingetroffen sei. Als dieser nun zurückkam und sagte, dass sich niemand im Brautgemach befinde, erschoss er ihn mit seinem Bogen und einen zweiten aus demselben Grund, bis der dritte geistesgegenwärtig behauptete, die Göttin sei schon längst erschienen und erwarte ihn [ἕως ὁ τρίτος συνεὶς παραγενομένην ἔφη πάλαι τὴν θεὸν αὐτὸν ἀναμένειν].

Dieser König hat dann später aus Eifersucht auf seine Frau das arme Geschöpf mit seinen eigenen Händen, bei den Schamteilen beginnend, aufgeschlitzt [ὁ δὲ βασιλεὺς οὗτός ποτε καὶ ζηλοτυπήσας τὴν αὑτοῦ γυναῖκα ταῖς αὑτοῦ χερσὶν ἀνέτεμε τὴν ἄνθρωπον ἀπὸ τῶν αἰδοίων ἀρξάμενος].

(Fragmente der Historiker: Theopomp von Chios. Hrsg. v. Barbara Gauger und Jörg-Dieter Gauger. Stuttgart 2010, S. 64)
 
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