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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Grabinschriften auf Tiere #1 (666 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 31.03.2022 um 14:07 Uhr (Zitieren)
1.
Der römische Kaiser Hadrian (76-138, reg. 117-138 u.Z.) soll das folgende Gedicht auf den Tod seines Jagdpferdes gedichtet haben:

Borysthenes Alanus,
Caesareus veredus,
per aequor et paludes
et tumulos Etruscos
volere qui solebat,
Pannonicos nec ullus
apros eum insequentem
dente aper albicanti
ausus fuit nocere:
sparsit ab ore caudam
vel extimam saliva,
ut solet evenire.
sed integer iuventa
inviolatus artus
die sua peremptus
hic situs est in agro.

Der Alaner Borysthenes,
kaiserliches Jagdpferd,
der über offenes Gelände und Sümpfe
und Etruriens Hügel
dahinzufliegen pflegte,
dem bei der Jagd
auf pannonische Eber
kein Keiler mit weißlichem Hauer
zu schaden gewagt:
Geifer verspritzte vom Maul er
bis hin zur Schwanzspitze,
wie das gewöhnlich vorkommt.
In ungebrochener Jugend
mit unversehrten Gliedern
zur rechten Zeit gestorben,
liegt er hier im Feld.


2.
Aus der Grabinschrift des Schoßhundes Patrice:

Tu, dulcis Patrice, nostras attingere mensas
consueras, gremio poscere blanda cibos,
lambere tu calicem lingua rapiente solebas,
quem tibi saepe meae sustinuere manus,
accipere et lassum cauda gaudente frequenter
[et mihi omnes gestu dicere blanditas].

Du süße Patrice, ein Gast an unseren Tischen
warst du gern, aus dem Schoß holtest du dir deinen Teil,
auch zu belecken den Napf mit gieriger Zunge gefiel dir,
den dir zu leck’rem Gebrauch reichte gar oft meine Hand,
pflegtest den müden Herrn mit wedelndem Schweif zu begrüßen,
gabst alle Schmeichelei durch dein Gebaren mir kund.

[2. Jhdt. u.Z.]


3.
Τὴν τρίβον <ὃς> παράγεις, ἄν πως τόδε σῆμα νοήσῃς,
μή, δέομαι, γελάσῃς, εἰ κυνός ἐστι τάφος.
Ἐκλαύσθην, χεῖρες δὲ κόνιν συνέθηκαν <ἄν>ακτος,
ὅς μου καὶ στήλῃ τόνδε ἐχάραξε λόγον.

Kommst dieses Weges du und hast dies Grabmal vor Augen,
bitte, dann lache nicht, daß hier bestattet ein Hund.
Tränen flossen. Die Hand des Herrn hat das Grab mir bereitet,
der auch dies Klagewort eingemeißelt dem Stein.

[2./3. Jhdt. u.Z.]

(Römische Grabinschriften. Hrsg. v. Hieronymus Geist und Gerhard Pfohl. München 1969)
 
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