Re: Nikomachos über die Zahl
Bukolos schrieb am 26.03.2022 um 14:14 Uhr (
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Man merkt der Übersetzung die Bemühung an, ausgangssprachenorientiert zu wirken. Aber indem sie für ein Wort wie μονάς ein hiervon abgeleitetes deutsches Fremdwort Monade setzt, ohne zu berücksichtigen, dass die hiermit verbundenen, etablierten Konzepte in Konflikt damit geraten, wofür μονάς bei Nikomachos steht, leidet die Verständlichkeit doch ein wenig.
Dasselbe gilt, wenn etymologisierend ποσότητος χύμα mit Fluss von »Wie viel?« übersetzt wird. Die Übersetzung weicht hier vom Text ab, ohne mit dem Verzicht auf die gebräuchliche Übersetzung Quantität für ποσότης ein höheres Maß an Verständlichkeit zu erhandeln. Tatsächlich ist es ja möglich, ein substantiviertes Wieviel auf Griechisch zu bilden (τὸ πόσον) und Aristoteles beispielsweise macht das auch. An vorliegender Stelle steht es allerdings nicht.
Ebensowenig ist im Text von einem aus den Monaden geflossenen Fluss, wie es bei Brodersen heißt, die Rede: χύμα ἐκ μονάδων συγκείμενον ist eine aus Einsen bestehende (zusammengesetzte o. ä.) Reihe.
Schließlich: πλῆθος ὡρισμένον ist nicht einfach eine bestimmte, sondern eine begrenzte Menge.
Das nur zum ersten Satz.
Re: Nikomachos über die Zahl
Aurora schrieb am 27.03.2022 um 08:52 Uhr (
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Bei Brodersen scheint Quantität vor Qualität zu kommen.
Seine Übersetzungen wurden vor kurzem
schon moniert.
Auch sein Tag hat nur 24 Stunden.
Wer auf zu vielen Hochzeiten tanzt,
darf sich nicht wundern, wenn seine Schuhe
sich schneller abnützen.