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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Domitian vs. Trajan (389 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 25.03.2022 um 23:24 Uhr (Zitieren)
Gaius Plinius Caecilius Secundus, Panegyrikus 2, 1-5:
[...]
Doch meine ich, nicht nur der Konsul, sondern alle Bürger müssen darauf achten, keine Äußerung über unseren Princeps zu tun, die so klingt, als hätte man sie auch über jeden anderen Princeps sagen können.

Daher seien jene Worte streng verbannt, die damals (1) die Angst uns aufzwang! Reden wir anders als früher, da wir nicht mehr leiden wie früher [Nihil quale ante dicamus, nihil enim quale antea patimur], und gebrauchen wir in der Öffentlichkeit nicht dieselben Lobesworte für den Princeps wie ehedem, da wir auch unter uns anders von ihm sprechen als ehedem!

Unsere Reden sollen deutlich erkennen lassen, wie die Zeiten sich geändert haben, und schon aus dem Ton unserer Danksagung soll man erkennen, wem sie gilt und wann sie gesprochen ist. Laßt uns an keiner Stelle ihm schmeicheln wie einem Gott (2), wie einem höheren Wesen – denn wir reden nicht von einem Tyrannen, sondern von einem Bürger, nicht von einem Herrn, sondern von unserem Vater [non enim de tyranno sed de cive, non de domino sed de parente loquimur].

„Ich bin nur einer von euch [Unum ille se ex nobis]“ – und gerade dadurch ragt er noch mehr heraus, daß er sich für einen von uns hält und sich gleichermaßen bewußt ist, ein Mensch zu sein, wie Vorgesetzter von Menschen zu sein [et hoc magis excellit atque eminet, quod unum ex nobis putat, nec minus hominem se quam hominibus praeesse meminit]!

Erkennen wir darum unser Glück und erweisen wir uns durch den rechten Gebrauch seiner würdig! Bedenken wir stets aufs neue, wie schlimm es wohl wäre, wenn wir denjenigen Principes, die sich über das Sklavendasein ihrer Untertanen freuen, größeren Gehorsam erwiesen als denen, die sich über deren Freiheit freuen [cogitemus quam sit indignum, si maius principibus praestemus obsequium, qui servitute civium quam qui libertate laetantur].
[...]

(Plinius der Jüngere: Panegyrikus. Lobrede auf den Kaiser Trajan. Hrsg. v. Werner Kühn. Darmstadt 1985, S. 14-17)

(1) zur Zeit des als tyrannisch geltenden Kaisers Domitian (81-96 u.Z.)
(2) Domitian hatte Gefallen an der Titulatur dominus et deus.
 
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