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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
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Ein bemerkenswerter Sklavenaufstand
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Γραικύλος schrieb am 23.03.2022 um 14:03 Uhr (
Zitieren
)
Athenaios 265b-266e:
Die ersten Griechen, die gekaufte Sklaven hielten, waren die Chier, wie Theopompos im 17. Buch seiner ‚Geschichte‘
[FGrH 115 F 122]
berichtet: Die Chier verwendeten als erste Griechen nach den Thessaliern und den Spartanern Sklaven, doch erwarben sie sie anderswo. Die Spartaner und Thessalier verschafften sich ihre Sklaven aus den Griechen, die das Land, das sie nun besitzen, vorher bewohnten, die einen aus den Achaiern, die Thessalier aus den Perraibiern und Magnesiern. Die einen nennen die Versklavten Heloten, die anderen Penesten. Die Chier hingegen erwerben Barbaren als Sklaven und bezahlen sie mit Geld.
Soweit Theopompos. Dies Verhalten dürfte den Chiern den Zorn der Gottheit [τὸ δαιμόνιον] zugezogen haben, denn in späterer Zeit gerieten sie durch die Sklaven in einen vernichtenden Krieg. Folgendes berichtet Nymphodoros von Syrakus in seiner ‚Küstenfahrt in Asien‘
[FGrH 572 F 4]
über sie: Die Sklaven der Chier entlaufen ihnen, flüchten ins Gebirge und verwüsten ihre Landsitze. Die Insel Chios ist nämlich bergig und waldreich.
Kurz vor meiner Zeit, so erzählen die Chier selbst, habe sich ein entlaufener Sklave in den Bergen Unterschlupf geschaffen, und da er tapfer war und ein erfolgreicher Kriegsmann, habe er die Flüchtigen geführt wie ein König sein Heer [ὡς ἂν βασιλέα στρατεύματος]. Die Chier schickten mehrfach Truppen gegen ihn, konnten aber nichts ausrichten. Schließlich sprach Drimakos – so hieß der Flüchtling – zu ihnen: „Chier und Herren [ὦ Χῖοί τε καὶ κύριοι]! Eure Sorge mit den Sklaven wird nie enden. Wie denn auch, da sie einem göttlichen Orakelspruch entspringt? Aber wenn ihr mit mir einen Vertrag schließt und uns in Ruhe laßt, werde ich euch große Vorteile verschaffen.“
So schlossen die Chier mit ihm einen Vertrag und Waffenstillstand auf bestimmte Zeit, und er machte ihnen Maße, Gewichte und ein eigenes Siegel. Das zeigte er den Chiern und sagte: „Was ich von euch nehme, werde ich nach diesen Maßen und Gewichten nehmen, und wenn ich genug habe, werde ich die Vorratshäuser mit diesem Siegel versiegelt zurücklassen. Eure entlaufenen Sklaven aber werde ich prüfen, und wenn ich finde, daß sie wegen unerträglich schlechter Behandlung [ἀνήκεστόν τι παθόντες] geflohen sind, werde ich sie bei mir behalten, wenn sie jedoch keinen wichtigen Grund vorbringen, werde ich sie euch, ihren Herren, zurückschicken.“
Die Chier nahmen diese Lösung gern an, und die übrigen Sklaven entflohen nun viel seltener, da sie das Urteil des Drimakos fürchteten. Die Flüchtlinge aber, die mit ihm waren, fürchteten ihn viel mehr als ihre Herren, taten alles, was er wollte, und gehorchten ihm wie einem Feldherren. Denn er bestrafte Disziplinlosigkeit und erlaubte keinem, Felder zu plündern oder sonst irgendeinen Übergriff ohne seine Genehmigung zu begehen.
An Festtagen zog er aus und holte sich vom Lande Wein und makellose Opfertiere, sofern sie die Herren ihm nicht schon selbst gaben. Merkte er aber, daß jemand gegen ihn Pläne schmiedete oder einen Hinterhalt legte, so griff er durch.
Später setzte der Staat [ἡ πόλις] eine große Belohnung für jeden aus, der ihn ergreifen oder seinen Kopf bringen würde. Drimakos, älter geworden, rief seinen Lieblingsknaben [τὸν ἐρώμενον τὸν ἑαυτοῦ] zu einem bestimmten Platz und sprach zu ihm: „Ich liebe dich mehr als alle Menschen, du bist mir mein Liebling, mein Sohn, mein Alles [ἐγώ σε πάντων ἀνθρώπων ἠγάπησα μάλιστα καὶ σύ μοι εἶ καὶ παῖς καὶ υἱὸς καὶ τὰ ἄλλα πάντα]. Ich habe lange genug gelebt, du bist jung und in der Blüte deines Lebens. Wie weiter? Du mußt ein braver und tüchtiger Mann werden. Da nun die Stadt Chios dem, der mich tötet, viel Geld gibt und die Freiheit verheißt, mußt du mir den Kopf abschlagen, ihn nach Chios bringen, von der Stadt das Geld nehmen und glücklich werden.“
Der Jüngling weigerte sich, doch Drimakos überredete ihn zu der Tat. So schlug er ihm den Kopf ab, bekam von den Chiern das versprochene Geld, begrub den Leichnam des Drimakos und kehrte in sein Heimatland zurück.
Die Chier aber wurden erneut von ihren Sklaven geschädigt und bestohlen. Da erinnerten sie sich der Anständigkeit des Toten, errichteten in seinem Gebiet einen Heroenschrein und gaben ihm den Beinamen ‚Wohlgesinnter Heros‘ [Ἥρωος Εὐμενοῦς]. Und noch heute bringen ihm die entflohenen Sklaven das Erstlingsopfer von allem dar, was sie erbeuten. Es heißt auch, er sei schon vielen Chiern im Traume erschienen und habe ihnen Anschläge ihrer Sklaven vorausgesagt. Und wem er erscheint, der geht zu dem Platz, an dem sein Schrein steht, und opfert ihm.
So lautet der Bericht des Nymphodoros.
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