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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Über Etrusker/Tyrrhener (410 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 22.03.2022 um 13:17 Uhr (Zitieren)
Diodorus Siculus V 40 = Poseidonios FGrHist 87 F 119:
Es bleibt uns noch die Aufgabe, über die Tyrrhener zu sprechen. Diese zeichneten sich nämlich in früheren Zeiten durch Tapferkeit aus, erwarben daher viel Land und gründeten eine Menge ansehnlicher Städte. Gleichermaßen stärkten sie ihre Seestreitkräfte und waren lange Zeit Herren des Meeres, ja brachten es sogar dahin, daß die längs Italien gelegene See nach ihnen den Namen Tyrrhenisches Meer erhielt. Sie rüsteten auch die Landstreitkräfte auf und erfanden die sogenannte Salpinx [τήν τε σάλπιγγα], ein für den Krieg höchst nützliches Instrument, das nach ihnen die Bezeichnung „Tyrrhenische Trompete“ erhielt; weiterhin gaben sie den Befehlshabern eine würdevolle Erscheinung und statteten sie mit Liktoren, einem Stuhl aus Elfenbein und einer purpurge-säumten Toga aus. Was die Behausungen anlangt, so erfanden sie die umlaufenden Säulengänge [τὰ περίστῳα] (1) und damit eine nützliche Einrichtung, um den Lärm der Massen dienstbarer Menschen fernzuhalten. Diese Einrichtungen wurden von den Römern größtenteils nachgeahmt, die noch zu deren Verschönerung beitrugen und sie in ihre eigene Staatsordnung übernahmen.

Von den Tyrrhenern wurde auch die Schrift sowie die Natur- und Götterlehre weiter entwickelt und die Kunst der Blitzeschau [τὰ περὶ τὴν κεραυνοσκοπίαν] am besten unter allen Menschen vorangebracht. Dies ist denn auch der Grund, daß die Herren fast der gesamten bewohnten Erde bis hinein in unsere Tage jene Männer bewundern und sich ihrer als Ausdeuter der von Zeus in den Blitzen gegebenen Vorzeichen bedienen.

Die Tyrrhener bewohnen ein Land, das Ernten jeder Art hervorbringt. Indem sie dieses Gebiet sorgfältig bebauen, verfügen sie über eine Fülle von Früchten, die nicht nur für den gewöhnlichen Lebensunterhalt genügt, sondern auch reichlichen Genuß, ja Luxus gestattet. Zweimal am Tage präsentieren sie kostspielige Gedecke und alle sonstige, was zu einem ausschweifenden Wohlleben gehört; sie schaffen blumige Polster herbei und halten eine Menge verschiedenartiger Trinkgefäße aus Silber bereit, dazu eine nicht geringe Zahl aufwartender Sklaven. Von diesen aber zeichnen sich die einen durch Schönheit aus, während sich die anderen des Schmuckes von Gewändern erfreuen, kostbarer, als es ihrem Sklavenstande entspricht.

Häuser verschiedener, individueller Art haben bei ihnen nicht nur die Behörden, sondern auch die Mehrzahl der freien Bürger. Im allgemeinen haben sie den Umgang mit der Waffe, der seit alten Zeiten ehrgeizig gepflegt wurde, aufgegeben[,] und indem sie ihr Leben nur noch mit Trinkgelagen und unmännlichen Vergnügungen [ῥᾳθυμίαις ἀνάνδροις] hinbringen, ist es leicht verständlich, wenn ihnen von dem Ruhm, den ihre Väter in Kriegen erwarben, nichts mehr geblieben ist.

Nicht zum wenigsten trug zu ihrem Luxus der vorzügliche Boden bei; denn sie bewohnen eine Scholle, die jegliches Bodenerzeugnis hervorbringt und allenthalben fruchtbar ist, so daß die Tyrrhener große Speicher für Früchte jeder Art anlegen. Insgesamt verfügt Tyrrhenia über einen ganz ausgezeichneten Boden, besteht in ausgedehnten Gefilden und wird lediglich von hügeligen Bodenerhebungen durchzogen, die aber gleichfalls landwirtschaftlich nutzbar sind. Nicht nur zur Winterszeit, sondern auch während des Sommers fällt mäßiger Regen.

[Diodoros: Griechische Weltgeschichte. Buch I-X, Zweiter Teil. Hrsg. v. Otto Veh und Thomas Nothers. Stuttgart 1993, S. 469 f.)[/i]

(1) Peristyle

Die vorliegende Diodor-Passage wird sowohl von Jacoby als auch von Theiler dem Poseidonios zugerechnet; die Poseidonios-Ausgabe von Edelstein und Kidd führt sie allerdings nicht auf. Ob die Zuordnung also umstritten ist, weiß ich nicht.
 
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