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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Kroisos, einmal nicht von Herodot #3 (406 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 21.03.2022 um 13:47 Uhr (Zitieren)
Weiter mit Nikolaos von Damaskus, Universalgeschichte:
Sogleich sandte Kyros die Männer aus seinem Gefolge mit dem Befehl aus, den Scheiterhaufen zu löschen. Der Scheiterhaufen brannte aber[,] und keiner konnte sich mehr nähern, weil er rundum in Flammen stand. Kroisos soll nun zum Himmel geblickt und Apollon darum gebeten haben, ihm beizustehen, wenn auch seine Feinde ihn nicht retten konnten, obwohl sie wollten. Zufällig kam aber an jenem Tag seit dem Morgen ein Unwetter auf, allerdings ohne Regen. Als Kroisos betete, strömte plötzlich finsterer Dunst zusammen, der von allen Seiten Wolken brachte. Es gab unaufhörlich Donner und Blitze. Der Regen fiel derart heftig, dass nicht nur der Scheiterhaufen erloschen ist, sondern sogar die Menschen nur mit Mühe standhielten.

Sie spannten nun schnell einen purpurfarbigen Baldachin über Kroisos aus. Die Menschen sind einerseits wegen der Dunkelheit und dem Sturm in Aufruhr geraten und andererseits wegen der Blitze, <und> sie wurden von den Pferden niedergetrampelt, die mit dem Krachen des Donners wild wurden. Sie wurden von Gottesfurcht ergriffen[,] und ihnen fielen die Weissagungen der Sibylle sowie die Sprüche Zarathustras ein. Noch mehr als zuvor forderten sie schreiend, Kroisos zu retten. Durch einen Fall auf die Erde machten sie die Proskynese und sie baten für sich um Gottes Gnade.

Einige behaupten, Thales hätte dazu geraten, jene Stunde abzuwarten, weil er durch gewisse Zeichen vorausgesehen hätte, dass es einen Platzregen geben werde. In Verehrung für Zarathustra hatten die Perser nach ihm festgelegt, weder Leichen zu verbrennen noch auf andere Weise ein Feuer zu verunreinigen, und sie bekräftigten dann diesen vor langer Zeit festgelegten Grundsatz.

Kyros rief Kroisos herbei, er brachte ihn in den Palast und behandelte ihn freundlich, weil er überzeugt davon war, dass er sehr gottesfürchtig war. Er hielt ihn dazu an, nicht zu zögern, wenn er etwas erlangen wolle, sondern ihn darum zu bitten. Kroisos sagte: „Herr, weil die Götter mich dir überstellt haben und du mir Gutes gebietest, bitte ich um die Erlaubnis, diese Fußfesseln nach Delphi zu schicken und den Gott zu fragen, was ihm einfällt, dass er mich mit Orakelsprüchen betrügt, weil er mich dazu verleitet hatte, ei-nen Feldzug gegen dich zu führen, um die Oberhand zu gewinnen. Deswegen schicke ich ihm diese Kriegsbeute (er zeigte dabei auf die Fußfesseln) und lasse fragen, weswegen denn nur die Götter der Hellenen ihre Gunst vergessen haben.“ Kyros lachte und sagte, dass er ihm die Erlaubnis dazu geben und ihm auch Bedeutenderes nicht abschlagen werde.

Nach kurzer Zeit freundete sich Kyros mit Kroisos an. Als er aus Sardeis auszog, gab er ihm Kinder und Frauen zurück und er nahm ihn mit sich. Man sagt, er hätte ihm sogar die Stadt überlassen, wenn er nicht befürchtet hätte, dass er einen Aufruhr anfange.

(Fragmente der Historiker: Nikolaos von Damaskus. Hrsg. v. Tino Shahin. Stuttgart 2018, S. 76-79)
 
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