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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Deutschland entsorgt seine Literatur (544 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 19.03.2022 um 15:23 Uhr (Zitieren)
Die Freunde deutschsprachiger klassischer Literatur möchte ich auf den sehr informativen Artikel "Deutschland entsorgt seine Literatur" von Wolfgang Matz (ehemals Lektor im Carl Hanser Verlag) in der FAZ vom 19.3.2022 aufmerksam machen.

Darin heißt es u.a.:
Das handefeste Weiterleben der Literatur in Büchern kennt, grob gerechnet, drei Formen. Es gibt die preiswerten Taschenbücher, darunter der monumentale Sonderfall der gelben Reclam-Bibliothek. Es gibt die gigantischen historisch-kritischen Ausgaben, zumeist in Universitätsverlagen.

Taschenbücher beschränken sich meist auf gängige Haupttitel, nicht selten in unzuverlässiger Textgestalt. Kritische Ausgaben tun das Gegenteil, sind jedoch nicht nur unbezahlbar, oft unbeendbar, sondern füllen auch ganze Regalmeter mit für den normalen Leser vollkommen überflüssigen Spezialinformationen wie Varianten, Manuskriptbeschreibungen und vielem mehr.

Das eine wie das andere hat sein Recht und seine Notwendigkeit; die Basis für eine zugängliche Tradition bietet aber nur die dritte Lebensform: die kompakte Werkausgabe, zuverlässig, repräsentativ, handlich, erschwinglich, gut und pragmatisch kommentiert. Und nicht zu vergessen: angemessen schön, haltbar gedruckt und gebunden, damit sie auch wiederholtem Zugriff standhält - denn Klassiker sind nach Italo Calvinos Definition "die Bücher, von denen man üblicherweise sagt: 'ich lese gerade mal wieder ...'".

Das große Sterben in diesem dritten Bereich (Deutscher Klassiker Verlag, Winkler usw.) war mir in diesem Umfang nicht bewußt. Matz: "Resümiert man das Ganze, so steht man vor einem Scherbenhaufen."
 
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