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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
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Amazonen und Frauenbild
(408 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 18.02.2022 um 15:19 Uhr (
Zitieren
)
Kommt uns da nicht der Amazonen-Mythos in den Sinn? Der Kampf Achills vor Troia mit Pentheseleia, der Amazonen-Königin[,] und die Bedrohung der Athener unter ihrem sagenhaften König Theseus durch die Amazonen? Militante, berittene Kriegerinnen, die sich, um des Bogenspannens willen[,] die Brust amputierten (
a-mazos
bedeutet „busenlos“)[,] waren dies.
Gerade in Athen erfreute sich das Motiv des Sieges Theseus‘ über die Amazonen großer Popularität. Plastisch und kolossal war er in den Friesen auf dem Parthenon dargestellt, ließ seine Betrachter erschauern vor der
amazonomachia
(der Amazonenschlacht) auf dem Schild der Athene im Parthenon und erinnerte die Athener täglich in der Stoa, der mit farbigen Schlachtgemälden ausgestatteten Wandelhalle bei der Agora. Ganz zu schweigen von den Tausenden von attischen Vasen und Trinkgefäßen, die dieses Sujet in alle Ecken der antiken Welt transportierten.
Was steckt dahinter? Ist es nicht signifikant, dass die Amazonen sämtliche Attribute in sich vereinen, die dem athenischen (männlichen) Frauenbild konträr widersprechen? Sie sind stark, kämpferisch und reiten von Ort zu Ort – die Athenerin ist schwach und immobil, Amazonen sind männerfeindlich, promiskuitiv und verachten die Ehe, die Athenerinnen haben das Gegenteil zu sein, und schließlich verweigern die Kriegerweiber gar die Aufzucht von Kindern, indem sie die dazu notwendigen Organe amputieren, während doch die Athenerin gerade in der Funktion als Nährmutter ihre Erfüllung zu finden hat.
Wie wir dem Bildprogramm des Parthenon entnehmen, steht der Amazonenkampf in enger Beziehung zum Kampf der Götter mit den Titanen (ungeschlachten Riesen, welche die olympischen Götter erst mal beseitigen müssen) und Kentauren (in jeder Hinsicht hemmungslose männliche Pferdewesen mit Menschenköpfen). In den Titanen die Verkörperungen der willkürlich hervorbrechenden und gefährlichen Naturgewalten wie Erdbeben, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche und Epidemien zu sehen, fällt nicht schwer, auch die Deutung der Kentauren als halbtierischer gewalttätiger und wilder Barbarenstämme ohne Ordnung ist einsichtig.
Plausibel mag demnach auch die Interpretation erscheinen, dass die attische Demokratie in der
amazonomachia
den letzten Sieg der Kultur über die Natur, nämlich den der athenischen Männer über das ausschweifende weibliche Geschlecht, seine Einordnung und „Zivilisierung“ in die demokratische Staats- und Weltordnung feiern wollte.
Die attische Demokratie sah also ihre bürgerliche Ordnung stets als extrem bedroht an, sei es von unvermeidlichen höheren Gewalten (Titanen) oder von Barbaren wie den Persern und Skythen (im übertragenen Sinne: den Kentauren). Und eben auch von den eigenen Frauen, in der Vorstellung, dass sie ohne Kontrolle jederzeit wieder in ihre [sic!] naturgemäßes Stadium der amazonischen Wildheit zurückfallen würden. An-ders ist die Überbetonung des Amazonen-Motivs und seine Konstituierung als Staatsmythos kaum zu erklären. Dies gilt jedoch, wohlgemerkt, nur für Athen, im übrigen Hellas spielte die Amazonensage keine tragende Rolle.
(Michael Weithmann, Xanthippe und Sokrates. Frauen und Männer im alten Athen. Darmstadt 2010, S. 84 f.)
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