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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Sophoniba #5 (440 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 18.02.2022 um 00:02 Uhr (Zitieren)
Offenbar recht eng an Livius orientiert ist die Darstellung des Cassius Dio (XVII, in der Epitome des Zonaras IX 13):
Indessen führte Syphax mit Laelius und seinen Leuten Krieg und hielt auch eine Zeitlang stand, doch dann gewannen die Römer die Oberhand, töteten viele Gegner und nahmen auch eine Menge von ihnen, darunter Syphax, gefangen. Außerdem eroberten sie seinen Königssitz Cirta kampflos, nachdem sie den Verteidigern ihren Herrscher in Fesseln gezeigt hatten.

An diesem Orte hielt sich auch Sophonisba auf. Und Masinissa stürzte sich sogleich auf sie, umarmte sie und rief: „Ich habe den Syphax, der dich mir entrissen hat, ich habe nun auch dich. Doch sei unbesorgt! Du bist ja auch nicht eine Gefangene geworden, da du mich als Bundesgenossen besitzt!“ Nach diesen Worten vermählte er sich gleich mit ihr und kam so dem Eingreifen der Römer zuvor, aus Furcht, er möchte Sophonisba verlieren, wenn sie unter die Beute falle.

Hierauf bemächtigten sie sich der Städte des Syphax. Dann kamen sie zu Scipio und brachten Syphax mit, dazu eine Menge anderer Beute. Doch Scipio vermochte es nicht, seinen Gegner in Fesseln zu sehen, sondern erinnerte sich der gastlichen Aufnahme an seinem Hofe und bedacht die Unsicherheit aller Menschendinge [τὰ ἀνθρώπεια ἀναλογισάμενος]. So erhob er sich rasch vom Stuhle, befahl die Fesseln zu lösen, begrüßte ihn mit Handschlag und behandelte ihn rücksichtsvoll.

Und einmal richtete er an Syphax die Frage: „Was war denn der Grund für dich, daß du mit uns Krieg anfingst?“ Geschickt wußte sich dieser zu entschuldigen und gleichzeitig an Masinissa zu rächen; er erklärte nämlich: Sophonisba sei an seinem Verhalten schuld gewesen; denn um ihrem Vater Hasdrubal einen Gefallen zu erweisen, habe sie ihn durch Zaubermittel [μαγγανείαις] veranlaßt, gegen seinen Willen die Partei der Karthager zu ergreifen. „Jedenfalls“, meinte er, „hat mich eine gebührende Strafe getroffen, weil ich mich von einem Weibe habe täuschen lassen. Doch inmitten allem Leid bleibt mir ein gewisser Trost, daß Masinissa sie zur Frau genommen hat; denn ganz sicher wird sie ihn auf gleiche Weise zugrunde richten.“

Scipio wurde wegen Masinissas eigenmächtigem Vorgehen mißtrauisch; er ließ ihn daher rufen, machte ihm Vorwürfe, daß er eigenmächtig eine dem Feind abgewonnene Gefangene so rasch geheiratet habe, und befahl ihm, sie den Römern auszuliefern.

In tiefstem Schmerz stürzte daraufhin Masinissa in sein Zelt und sprach zu Sophonisba: „Wenn ich durch meinen eigenen Tod dir Freiheit und Schutz vor Mißhandlung hätte sichern können, wäre ich mit Freuden für dich gestorben; doch da dies nicht sein kann, so schicke ich dich vor mir dorthin, wohin ich und alle Menschen einmal gehen werden [προπέμπω σε ἔνθα κἀγὼ καὶ ἅπαντες ἀφιξόμεθα].“ Mit diesen Worten reichte er ihr Gift.

Sophonisba aber brach weder in Klagen noch in Seufzer aus, sondern antwortete gar edelmütig: „Wenn das, mein Ehegemahl, dein Wille ist, so bin auch ich damit einverstanden; denn nach dir wird niemand mehr über meine Seele gebieten. Wenn aber Scipio meinen Körper haben will, so soll er ihn nur als Leiche empfangen [εἰ δὲ τοῦ σώματός μου Σκιπίων δεῖται, νεκρὸν αὐτὸ λαβέτω].“

Damit schied sie aus dem Leben, und Scipio mußte ihre Tat bewundern.


Polybios erwähnt an zwei Stellen den Einfluß, den Sophoniba auf die politischen Ziele des Syphax hatte; über ihr Ende schreibt er nichts.
 
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