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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Sophoniba #1 (414 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 15.02.2022 um 17:05 Uhr (Zitieren)
Livius XXX 13,8 - 15,8:

Sophoniba war die für ihre Schönheit und Intelligenz berühmte Tochter des karthagischen Strategen Hasdrubal und spielte bei der Eroberung Afrikas und Karthagos durch P. Cornelius Scipio Africanus eine Rolle, insofern sie zunächst mit dem Numiderfürsten Syphax, der auf der Seite Karthagos stand, und dann mit dem Numiderfürsten Massinissa, einem Verbündeten der Römer, verheiratet war.
203 v.u.Z. wurde Syphax in einer Schlacht durch die Römer gefangengenommen.
13. [...] wurde der König [sc. Syphax] zu Scipio in das Feldherrnzelt geführt. Scipio bewegte das frühere Schicksal des Mannes verglichen mit dem jetzigen, dann die Erinnerung an ihre Gastfreundschaft, an den Handschlag und an den Vertrag, den sie im Namen ihrer Staaten und im eigenen Namen geschlossen hatten.

Ebendies machte auch Syphax Mut bei der Anrede an den Sieger. Denn als Scipio ihn fragte, was er sich dabei gedacht habe, als er nicht nur das Bündnis mit den Römern verleugnete, sondern von sich aus mit ihnen Krieg angefangen habe, da bekannte jener, er habe sich vergangen und habe den Verstand verloren, aber nicht erst da, als er gegen das römische Volk zu den Waffen gegriffen habe; das sei das Ende seiner Raserei gewesen, nicht der Anfang.

Er habe damals den Verstand verloren, habe damals seine persönlichen Gastfreundschaften und die im Namen seines Volkes geschlossenen Verträge alle aus seinem Geiste verbannt, als er die Karthagerin als Frau in sein Haus aufgenommen habe. Mit jenen Hochzeitsfackeln sei seine Königsburg in Flammen aufgegangen. Jene Furie, jene Unheilstifterin habe ihn mit allen Lockmitteln verführt und verblendet [illam furiam pestemque omnibus delenimentis animum suum avertisse atque alienasse] und sie habe nicht Ruhe gegeben, bis sie selbst ihm mit eigenen Händen die ruchlosen Waffen gegen den Gast und Freund angelegt habe.

Doch habe er, verloren und gedemütigt, in seinem Elend den Trost, zu sehen, daß diese Unheilstifterin, diese Furie in das Haus und zu den Hausgöttern seines größten Feindes unter allen Menschen hinübergewechselt sei. Masinissa sei weder klüger noch standhafter als Syphax, durch seine Jugend sogar noch unvorsichtiger; sicherlich sei jener, als er sie heiratete, törichter und leidenschaftlicher gewesen als er.

14. Weil er dies nicht nur aus Haß gegen den Feind, sondern auch aus Eifersucht gesagt hatte, da er die Geliebte bei seinem Nebenbuhler sah, weckte er bei Scipio keine geringe Besorgnis. Und die Anschuldigungen wurden glaubhaft durch die rasch, fast noch während des Kampfes vollzogene Hochzeit, wobei er Laelius weder gefragt noch auf ihn gewartet hatte, und die überstürzte Eile, daß er an demselben Tag, an dem er die gefangene Feindin gesehen hatte, sie zur Frau nahm und bei den Hausgöttern seines Feindes das Hochzeitsopfer vollzog. Und dies schien Scipio um so abstoßender, weil er sich selbst in Spanien als junger Mann nie von der Schönheit einer Gefangenen hatte hinreißen lassen.


 
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