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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Seeräuberkönigin Teuta #5 (469 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.02.2022 um 15:09 Uhr (Zitieren)
3. Cassius Dio: Römische Geschichte

Die Einwohner von Issa hatten sich den Römern angeschlossen. Diese aber wollten, um so den Ruf von Helfern ihrer Schutzbefohlenen zu erwerben, ihnen rasch und bereitwillig einen Gegendienst erweisen und gleichzeitig auch die Aridäer bestrafen, welche die von Brundisium ausfahrenden Schiffe schädigten. Sie schickten also Gesandte an Agron, um Schonung für die Issäer zu erbitten; außerdem sollten sie den König rügen, weil er ohne Veranlassung ihnen Unrecht zufüge.

Nun fanden sie aber Agron nicht mehr am Leben; er war inzwischen unter Hinterlassung eines Kindes namens Pinnes gestorben. Teuta, seine Gemahlin und Stiefmutter des Pinnes, herrschte jetzt über die Aridäer ... aus Anmaßung [ὑπὸ θρασύτητος οὖσα] erteilte sie ihnen keine höfliche Antwort, vielmehr ließ sie sich – nach Frauenart [οἷα γυνή] – zu ihrem angeborenen Leichtsinn hinzu auch noch durch die Macht, über die sie gebot, zum Übermut verleiten [χαυνουμένη]: So warf sie einige Gesandte ins Gefängnis, andere ließ sie wegen ihrer freimütigen Rede sogar ermorden.

Auf solche Art ging sie damals vor und war darauf auch noch stolz, wie wenn sie mit ihrer leichtsinnigen Grausamkeit eine gewisse Stärke an den Tag gelegt hätte. Sie verriet jedoch schon in kürzester Zeit die Schwäche des weiblichen Geschlechts, das sich infolge mangelnder Urteilsfähigkeit rasch in zornige Erregung, rasch aber auch infolge Feigheit in Angst versetzen läßt [διήλεγξε δὲ δι‘ ἐλαχίστου τὴν τοῦ γυναικείου γένους ἀσθένειαν ταχὺ μὲν ὑπὸ βραχύτητος γνώμης ὀργιζομένην, ταχὺ δὲ καὶ ὑπὸ δειλίας φοβουμένην].

Denn sobald sie erfuhr, die Römer hätten Krieg gegen sie beschlossen, erschrak sie zutiefst und versprach, die von ihr gefangengehaltenen Männer zurückzugeben, während sie sich im Falle der ermordeten Gesandten damit herauszureden versuchte, daß sie von einigen Räubern erschlagen worden seien. Die Römer stellten daraufhin ihre Kriegsvorbereitungen ein und verlangten die Auslieferung der Mörder. Da ließ Teuta – es drohte ihr ja noch keine unmittelbare Gefahr – erneut ihre Mißachtung erkennen: Sie erklärte, niemand ausliefern zu wollen, und sandte sogar ein Heer gegen Issa.

Doch wie sie hörte, die Konsuln seien bereits in der Nähe, geriet sie wiederum in Furcht, legte ihren Stolz ab und zeigte sich bereit, in allem und jedem den Wünschen der Römer nachzukommen. Noch war sie aber nicht ganz bei Sinnen; denn als die Konsuln nach Kerkyra übergesetzt waren, faßte sie neuen Mut, erhob sich und schickte ein Heer gegen Epidamnos und Apollonia. Doch die Römer schützten die Städte und kaperten Schiffe von ihr, die mit Schätzen beladen waren. Dadurch fühlte sie sich beinahe wieder veranlaßt nachzugeben;

weil aber ihre Gegner zu einem Platz hoch über dem Meer emporgestiegen und bei dem Hügel Atyrion geschlagen worden waren, wartete Teuta ab und rechnete angesichts der schon winterlichen Jahreszeit mit deren Abzug. (3) Erst als sie sah, daß Albinus im Lande blieb und Demetrios wegen ihres Wankelmutes wie auch aus Furcht vor den Römern die Partei gewechselt, ja sogar einige andere zum Abfall veranlaßt hatte, geriet sie in tödliche Furcht und gab ihre Herrschaft auf.

[Fragment von Buch XII (49, 2-7); Parallelstelle Zonaras 8 (19)]

(3) 228 v.u.Z.
 
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