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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Seräuberkönigin Teuta #1 (327 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 07.02.2022 um 14:31 Uhr (Zitieren)
1. Polybios: Universalgeschichte

Als der König Agron (1) nach der Heimkehr der Boote von den Anführern den Bericht über den Kampf hörte, war er hocherfreut über den Ruhm, das stolze Volk der Aetoler besiegt zu haben, stürzte sich in Trinkgelage und andere Ausschweifungen, erkrankte an einer Lungenentzündung und starb an ihr innerhalb weniger Tage.

Ihm folgte seine Gemahlin Teuta [Τεύτα] in der Regierung, die die einzelnen Regierungsgeschäfte durch zuverlässige Freunde besorgen ließ. Da sie aber, kurzsichtig nach Weiberart [χρωμένη δὲ λογισμοῖς γυναικείοις], nur den errungenen Erfolg vor Augen hatte und alles, was außerhalb von ihm lag, übersah, so gestattete sie erstens der privaten Schiffahrt den Seeraub, brachte zweitens eine Flotte und ein Heer nicht kleiner als das erstemal zusammen, sandte sie aus und gab den Anführer Erlaubnis, jede Küste als Feindesland zu behandeln.

Diese wählten als Ziel ihrer ersten Unternehmung Elis und Messenien. Diese Landschaften nämlich brandschatzten die Illyrer von jeher. Denn infolge der Ausdehnung ihrer Küsten und der Binnenlage ihrer mächtigsten Städte waren die Abwehrmaßnahmen gegen die Landungen der Illyrer wegen des weiten Wege zu langsam, so daß jene immer in voller Ruhe das Land durchstreifen und verheeren konnten.
Damals jedoch, bis Phoinike in Epirus gelangt, legten sie an, um Proviant aufzunehmen.

Es kommt zu einer kriegerischen Auseinandersetzung mit den Epiroten, in der diese unterliegen und die Aetoler sowie den Achaeischen Bund zu Hilfe rufen, die daraufhin mit einem Hilfskorps in Helikranon erscheinen.

Die Illyrer, die Phoinike eingenommen hatten, zogen zuerst mit Skerdilaïdas (2) vereint vor diesen Platz und schlugen dem Hilfskorps gegenüber ein Lager auf, in dem Wunsch, ihnen eine Schlacht zu liefern. Da ihnen das Gelände Schwierigkeiten bereitete und zugleich ein Schreiben von Teuta eintraf, in dem sie zu schleuniger Rückkehr nach Hause aufgefordert wurden, weil einige Illyrer zu den Dardanern abgefallen waren, schlossen sie, nachdem sie Epirus geplündert hatten, einen Waffenstillstand mit den Epiroten, auf Grund dessen sie ihnen alle Freien und die Stadt gegen Lösegeld zurückga-ben, während sie die Sklaven und die sonstige Beute auf ihre Boote brachten.

Hierauf fuhren die einen zu Schiff ab, Skerdilaïdas mit seinen Truppen dagegen kehrte zu Fuß durch die Engpässe bei Antigoneia heim, nicht ohne die an der Küsten wohnenden Griechen in größten Schrecken und gewaltige Angst zu versetzen. Denn da sie sahen, daß die festeste und mächtigste Stadt von Epirus so überraschend genommen und versklavt worden war, fürchteten sie nicht mehr nur wie in früheren Zeiten für die Einkünfte aus ihrem Lande, sondern für sich selbst und ihre Städte.

Die Epiroten aber, die unerwartet gerettet worden waren, dachten so wenig daran, sich an ihren Widersachern für das ihnen zugefügte Unrecht zu rächen oder ihren Helfern in der Not Dank abzustatten, daß sie im Gegenteil Gesandte an Teuta schickten und gemeinschaftlich mit den Akarnanen ein Bündnis mit den Illyrern abschlossen, auf Grund dessen diese sie in der Folgezeit unterstützten, während sie mit den Achaeern und Aetolern auf Kriegsfuß standen. An diesem Verhalten gegen ihre Wohltäter trat ebenso klar ihre Urteilslosigkeit zutage, wie sich vorher ihr Unverstand an der Behandlung ihrer eigenen Angelegenheiten gezeigt hatte.
[...]

Die Illyrer aber, die auch schon in früheren Zeiten unausgesetzt Gewalttaten gegen die italische Schiffahrt geübt hatten, hatten zu der Zeit, als sie vor Phoinike standen – und zwar handelte es sich um eine größere Abteilung, die sich von der Flotte getrennt hatte –, viele italische Kaufleute teils ausgeplündert, teils ermordet, nicht wenige aber auch lebendig in Gefangenschaft fortgeführt. Während die Römer früher den über die Illyrer geführten Klagen wenig Gehör geschenkt hatten, ernannten sie nun [230 v.u.Z.], da sich die Beschwerden an den Senat häuften, C. und L. Coruncanius zu Gesandten nach Illyrien, mit dem Auftrag, die Sache zu untersuchen.

(1) Illyrer, Herrscher der Sardiaier
(2) Anführer der Illyrer
Re: Die Seeräuberkönigin Teuta #1
Γραικύλος schrieb am 07.02.2022 um 14:31 Uhr (Zitieren)
(Titelkorrektur)
 
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