Hier hat einer ausgerechnet auf
Gutefrage.de einen Überblick über die Ikonographie der Nemesis gegeben. Da sehe ich aber auhc nicht einen solchen Gestus:
"Nemesis hat nicht nur ein einziges Symbol. Sie erscheint mit verschiedenen Attributen (kennzeichende Beigaben in der Darstellung).
Die Göttin Nemesis (Νέμεσις) ist Personifikation der Vergeltung (des Übelnehmens). Daher ist sie der Vorstellung nach Zuweiserin, Zuteilerin, Vergelterin, Rächerin, Straferin von Hybris (Überheblichkeit, Frevel) und Wahrerin des rechten Maßes.
Bildlich wird Nemesis oft, aber nicht immer mit Flügeln dargestellt.
In Hinsicht auf Tiersymbole ist auf Werken bildender Kunst zum Teil der Greif (ein mythisches Mischwesen aus verschiedenen Tieren, steht für Stärke und Wachsamkeit) Attribut der Nemesis.
In bildender Kunst sind Rad (wohl Sonnensymbol und Zeichen rascher Bewegung) und Greif (wohl ägyptischer Einfluß) besonders wichtige Attribute der Nemesis. Ein Greif sitzt zu Füßen der Nemesis, oft ein Vorderbein/eine Tatze auf einem Rad, oder Greife ziehen den Wagen der Nemesis.
Dies ist auf Kunstwerken der römischen Kaiserzeit zu sehen. In der Literatur ist dies erst bei einem Autor der Spätantike nachweisbar und bei einer Verschmelzung von Artemis und Tyche (Nonnos, Dionysiaka (Διονυσιακά; Geschichten von Dionysos; lateinischer Titel: Dionysiaca) 48, 382 – 383 und 48, 453: Greife umschweben den Thron der Artemis bzw. ziehen ihren Wagen).
Das Rad könnte von der Schicksalsgötin Tyche (τύχη; römische Entsprechung: Fortuna) auf Nemesis übertragen worden sein, Sinnbild ihrer rastlosen Bewegung und des ewigen Schicksalwechsels (Mesomedes-Hymnos auf Nemesis), aber auch der Strafverfolgung.
Von Tyche stammt das (auf das Rad gestützte) Steuerruder (bezeichnet sie nach Ammianus Marcellinus 14, 11, 16 als Lenkerin des Kosmos) und die Weltkugel, auch die Schicksalsurne.
Von Göttinnen des Rechts/der Gerechtigkeit stammt die Waage.
In Rhamnous/Rhamnus (Ῥαμνοῦς) in Attika gab es ein Nemesis-Heiligtum und der Bildhauer Pheidias hat im 5. Jahrhundert v. Chr. für den Tempel eine Kultstatue geschaffen, an deren Kopf ein mit Hirschen und kleinen Nike-Bildern verzierter Kranz war (Pausanias 1, 33, 2 – 3). Sie hielt in der linken Hand einen Apfelzweig (Zweig eines Apfelbaums), in der rechten Hand eine mit Aithiopen verzierte Schale (Phiale [φιάλη]) für Trankopfer.
Allegorische Attribute sind Elle und Zaum/Zügel.
Die Peitsche ist Züchtigungswerkzeug bei Nonnos, Dionysiaka (Διονυσιακά; Geschichten von Dionysos; lateinischer Titel: Dionysiaca) 48, 387; 48, 459; 48, 462 (48, 438 und 48, 441: Sichel).
In einer Angleichung an Artemis hat Nemesis Pfeil und Bogen. Mehrfach ist sie mit Schwert dargestellt, auch Lanze und andere Waffen trägt sie.
Informationen:
Udo Reinhardt, Der antike Mythos : ein systematisches Handbuch. 1. Auflage. Freiburg im Breisgau ; Berlin ; Wien : Rombach, 2011 (Rombach-Wissenschaften, Reihe Paradeigmata ; Band 14), S. 177"