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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Tote als Schatten (393 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 06.01.2022 um 19:54 Uhr (Zitieren)
Für diese antike mythische Vorstellung gibt Henri Bergson eine interessante Erklärung:
Der "Primitive" braucht sich nur über einen Teich zu beugen, um dort seinen Körper, so wie man ihn sieht, zu erblicken, losgelöst von dem Körper wie man ihn erfühlt. Gewiß ist der Körper, den er erfühlt, gleichfalls ein Körper, den er sieht: das beweist, daß die Oberflächenkaut des Körpers, die den gesehenen Körper ausmacht, imstande ist, sich durch Spaltung zu verdoppeln, und daß eines der beiden Exemplare bei dem erfühlbaren Körper verbleibt. Es ist darum nicht weniger wahr, daß es einen Körper gibt, der von dem erfühlten Körper ablösbar ist, einen Körper ohne Inneres, ohne Schwere, der sich stracks zu der Stelle begeben hat, wo er jetzt ist. Zwar weist dieser Körper nichts auf, das uns veranlassen könnte zu glauben, er bestehe nach dem Tode weiter. Aber stellen wir erst das Prinzip auf, daß irgend etwas fortbestehen muß, dann wird es sicher dieser Körper sein und nicht der andere, denn der Körper, den man fühlt, der ist noch gegenwärtig, er bleibt unbeweglich und verdirbt sehr schnell, während die sichtbare Oberfläche irgendwohin geflohen und lebendig geblieben sein kann. Die Vorstellung, daß der Mensch im Zustand eines Schattens oder Phantoms fortlebe, ist also ganz natürlich.

(Henri Bergson: Die beiden Quellen der Moral und der Religion. Jena 1933, S. 131)
 
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