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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Nietzsche über griechische Kultur #2 (390 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 31.12.2021 um 00:02 Uhr (Zitieren)
Morgenröthe 169:
Das Griechische uns sehr fremd. – Orientalisch oder Modern, Asiatisch oder Europäisch: im Verhältniss zum Griechischen ist diesem Allem die Massenhaftigkeit und der Genuss an der grossen Quantität als der Sprache des Erhabenen zu eigen, während man in Pästum, Pompeji und Athen und vor der ganzen griechischen Architektur so erstaunt darüber wird, mit wie kleinen Massen die Griechen etwas Erhabenes auszusprechen wissen und auszusprechen lieben. – Ebenfalls: wie einfach waren in Griechenland die Menschen sich selber in ihrer Vorstellung! Wie weit übertreffen wir sie in der Menschenkenntniss! Wie labyrinthisch aber auch nehmen sich unsere Seelen und unsere Vorstellungen von den Seelen gegen die ihrigen aus! Wollten und wagten wir eine Architektur nach unserer Seelen-Art (wir sind zu feige dazu!) – so müsste das Labyrinth unser Vorbild sein! Die uns eigene und uns wirklich aussprechende Musik lässt es schon errathen! (In der Musik nämlich lassen sich die Menschen gehen, weil sie wähnen, es sei Niemand da, der sie selber unter ihrer Musik zu sehen vermöge.)

"mit wie kleinen Massen" - meint er hier "Maßen" oder "Massen"?
Re: Nietzsche über griechische Kultur #2
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 31.12.2021 um 09:32 Uhr (Zitieren)
Daß beide Lesarten möglich sind, zeigt die Schreibweise von 'grossen'. Die Uneindeutigkeit ist sehr wahrscheinlich eine beabsichtigte: einerseits stehen die kleinen Massen in Bezug auf die Massenhaftigkeit, die kleinen Maße andererseits auf die große Quantität.

On a personal note: Ich bemerke zum ich weiß nicht wievielten Male, wie mich dieses vereinnahmende 'wir', wo er augenscheinlich von sich spricht (wenigstens ausgeht), anödet und anwidert.
Re: Nietzsche über griechische Kultur #2
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 31.12.2021 um 12:36 Uhr (Zitieren)
Und was für ein verquaster Unsinn, diese Parenthese (In der Musik nämlich lassen sich die Menschen gehen, weil sie wähnen, es sei Niemand da, der sie selber unter ihrer Musik zu sehen vermöge.) Und wieder nur von sich auf alle anderen, die Cultur gar, geschlossen ...
Dazu fällt mir Bülows Bemerkung über Nietzsches "Kompositions"versuche ein: "Das Unerquicklichste und Antimusikalischste“, was ihm jemals „auf Notenpapier zu Gesicht gekommen“ und "Notzucht an der Euterpe“.
Re: Nietzsche über griechische Kultur #2
Γραικύλος schrieb am 31.12.2021 um 16:20 Uhr (Zitieren)
Es nach beiden Seiten hin offenzulassen, ergibt einen guten Sinn. Allerdings entscheiden sich beide mir zugängliche Ausgaben mit angepaßter Rechtschreibung für "Massen".
Solange man mit Stein baut statt mit Styropor, existiert sicherlich auch eine Korrelation zwischen Maß und Masse.
Re: Nietzsche über griechische Kultur #2
Bukolos schrieb am 01.01.2022 um 09:11 Uhr (Zitieren)
Der Unzeitgemässe schrieb, wo Disambiguierung erforderlich war, Maass bzw. Maaß.
 
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