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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Hippodamos aus Milet, Stadtplaner und Utopist (324 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 30.12.2021 um 13:28 Uhr (Zitieren)
Die nicht genau bekannte Lebenszeit des Hippodamos liegt im 5. Jhdt. v.u.Z.
1. Aristoteles: Politik

Hippodamos, Sohn des Euryphon, Bürger vom Milet, der gleiche Mann, der auch der Erfinder der Stadtplanung ist und die Einteilung der Stadtanlage im Piräus geplant hat, eine Persönlichkeit, die auch sonst durch ihren Drang, Beachtung zu finden, von eher ausgefallener Lebensart war – mit der Fülle seiner Haarpracht und seinem kostbaren Schmuck und wegen seines zwar schlichten, jedoch warmen Mantels, der er nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer trug, erweckte er bei einigen den Eindruck, er verfolge einen gesucht extravaganten Lebensstil, - ein Mann, der auch über die gesamte Natur gelehrt zu sein bemüht war, dieser hat es als erster unter denen, die nicht aktive Staatsmänner waren, unternommen, den Entwurf eines besten Staates zu geben [πρῶτος τῶν μὴ πολιτευομένων ἐνεχείρησέ τι περὶ πολιτείας εἰπεῖν τῆς ἀρίστης].

Er entwarf einen Staat, der der Zahl nach zehntausend Bürger umfassen sollte und in drei Teile untergliedert ist: Den einen Teil sollten Handwerker bilden, einen weiteren Bauern, den dritten Krieger, die die Waffen führen. In drei Teile unterteilte er auch das Land: in Tempelland, Gemeinde- und Privatland – vom Tempelland sollte man die herkömmlichen Verpflichtungen gegenüber den Göttern bestreiten, vom Staatsland sollten die Krieger ihren Lebensunterhalt beziehen, das Privatland sollte den Bauern gehören.

Er meinte auch, daß es nur drei Arten von Gesetzen gebe; denn als Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen kämen nur drei Dinge vor: entehrende Mißhandlung, Schadensstiftung und Tötungsdelikte [ὕβριν βλάβην θάνατον].

In seiner Gesetzgebung wollte er auch einen letztlich entscheidenden Gerichtshof vorsehen, vor dem Berufung über Rechtssachen, bei denen das Urteil angefochten wurde, eingelegt werden sollte. Als dessen Mitglieder wollte er durch Wahl ernannte ältere Bürger einsetzen.

Die Urteilssprüche in den Gerichtshöfen dürften nach seiner Auffassung nicht durch die Abgabe von Stimmscheiben [οὐ διὰ ψηφοφορίας] zustande kommen, sondern jeder Richter solle ein Täfelchen einreichen, auf dem er, wenn er den Angeklagten für uneingeschränkt schuldig halte, die Strafe niederschreiben sollte; wenn er ihn aber uneingeschränkt (von der Anklage) freispreche, solle er das Täfelchen unbeschrieben lassen; wenn er (den Angeklagten) aber wohl in einer Beziehung (für schuldig oder unschuldig halte), in der anderen dagegen nicht, so solle er dies genau angeben. Denn er war der Auffassung, daß die jetzt gültigen gesetzlichen Vorschriften nicht gut seien; sie zwängen nämlich die Richter, ihren Richtereid zu brechen, da diese (nur) entweder in der einen oder anderen Weise abstimmen können.

Außerdem schlug er ein Gesetz vor, daß denjenigen, die etwas für den Staat Nützliches gefunden haben, eine Auszeichnung verliehen werden sollte, und daß den Kindern von Kriegsgefallenen aus öffentlichen Mitteln Unterhalt gewährt werden sollte, so als bestehe eine solche gesetzliche Regelung bei anderen noch nicht – ein solches Gesetz gibt es jedoch in Wirklichkeit sowohl in Athen wie auch in anderen Staaten.

Die politischen Beamten sollten alle vom Volk durch Wahl ernannt werden – die drei genannten Teile der Bürgerschaft sollten das Volk bilden. Die gewählten Beamten sollten für öffentliche Angelegenheiten, für Ausländerfragen und für Waisenfürsorge zuständig sein [τοὺς δ‘ αἱρεθέντας ἐπιμελεῖσθαι κοινῶν καὶ ξενικῶν καὶ ὀρφανικῶν].

Der größte Teil und die erwähnenswertesten Regelungen der Ordnung des Hippodamos sind damit genannt.

(1267b – 1268a)

Re: Hippodamos aus Milet, Stadtplaner und Utopist #1
Γραικύλος schrieb am 30.12.2021 um 13:29 Uhr (Zitieren)
(soll ein Mehrteiler werden)
 
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